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		<title>Kommentar zu Kulturellkreative von einfachesleben</title>
		<link>http://de.lovos.org/kulturellkreative/#comment-248</link>
		<dc:creator><![CDATA[einfachesleben]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Sep 2011 11:59:20 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[REGIONALE VERTRAGSLANDWIRTSCHAFT - VARIANTE 4 „COMMUNITY SUPPORTED AGRICULTURE“ (CSA)

http://www.urgenci.net/ (Internationaler Verband CSA) 
http://www.eurovia.org/?lang=de (Via Campesina europaweit) -&gt; www.lautresyndicat.ch
http://nyelenieurope.net/index.php?lang=de (European Food Sovereignty Forum)
http://www.solidarische-landwirtschaft.org/ (siehe Beiblatt)



Auszug aus Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Landwirtschaftsgemeinschaftshof (22.08.11): 
Definition CSA: 
Ein „Landwirtschaftsgemeinschaftshof (oder auch Gemeinschaftshof)“ [=CSA] ist ein Zusammenschluss einer Gruppe von Verbrauchern und eines Partner-Landwirtes [oder mehrerer Partner-Landwirte].

Konzept: 
Die Verbraucher geben eine Abnahmegarantie (für 6 Monate oder ein Jahr) für die Produktion des Landwirtes und erhalten im Gegenzug Einblick und Einfluss auf die Produktion (zumeist biodynamisch oder anderweitig ökologisch). Diese Partnerschaft unterstützt eine lokale Produktion und einen lokalen Verkauf.

Entwicklung: 
Das Konzept entstand in den 1960er Jahren in Japan, wo heute etwa ein Viertel der Haushalte an einem Teikei (dt. „Partnerschaft“) beteiligt sind.
In den USA entwickelte sich die dort Community-Supported Agriculture (CSA) genannte Wirtschaftsweise jedoch unabhängig davon in einem Kreis um den biodynamischen Landwirt Trauger Groh und durch den aus der Schweiz eingewanderten Jan VanderTuin. Dort bestehen CSA-Gemeinschaften seit 1985, zur Zeit mit etwa 1500 Gruppen.
In Frankreich existiert dieses Kooperationskonzept unter dem Namen „Association pour le maintien de l&#039;agriculture paysanne“, kurz AMAP, (Verbrauchervereinigung für die Beibehaltung der bäuerlichen Landwirtschaft). Es handelt sich dabei um regional agierende Vereine, die der gesicherten Abnahme von landwirtschaftlichen Produkten aus deren Herkunftsregion durch ihre Mitglieder und Unterstützer dienen. Typische Produkte sind Früchte, Gemüse, Eier, Käse, Fleisch und weitere Erzeugnisse.[1][2][3]
In Deutschland gilt der Demeter-Betrieb Buschberghof in Fuhlenhagen als Keimzelle für die zurzeit (2008) neun Gemeinschaften[4][5][6][7]. Viele weitere Ökobauernhöfe sowie Foodcoops bieten als wesentlich einfachere Variante sogenannte Gemüse-Abo-Kisten an.
CSA war eines der favorisierten Konzepte auf dem Weltsozialforum 2001 in Porto Alegre (Brasilien).

Beispiele:
http://www.kattendorfer-hof.de/ (demeter, seit 1998, Nähe Hamburg)
http://www.hofpente.de/ (demeter, seit 2011, Nähe Osnabrück)
DVD „Farmer John“ (interessant bzgl. CSA ab Minute 45)



KONZEPT DER CSA GEMÄSS http://www.solidarische-landwirtschaft.org/konzept

Die Idee
Gesunde, frische Nahrungsmittel sollten, wenn möglich aus der Region und aus ökologischem Anbau stammen. Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten haben meist nur die Wahl die Natur oder sich selbst auszubeuten. Ihre Existenz ist abhängig von Subventionen und den Markt- bzw. Weltmarktpreisen. Beides Faktoren auf die sie keinen Einfluss haben und sie oft dazu bringt über ihre persönliche Belastungsgrenzen und die von Boden und Tieren zu gehen oder ganz aus der Landwirtschaft aus zu steigen. Auch der ökologische Landbau ist von diesem Mechanismus nicht ausgenommen. Wie kann eine verantwortungsvolle, lebensspendende Landwirtschaft aussehen die gleichzeitig die Existenz der Menschen die dort arbeiten sicherstellt?

Eine gemeinschaftlich getragene Landwirtschaft– eine Landwirtschaft, die eine Gemeinschaft von Menschen ernährt.

Grundlegend ist, dass eine Gruppe die Abnahme der Erzeugnisse garantiert und die Ernte bzw. alles was notwendig ist, um diese zu erzeugen vorfinanziert. Alle teilen sich die damit verbundene Verantwortung und die Ernte.

In einer Solidarischen Landwirtschaft gewinnen alle Beteiligten von dieser Beziehung: die Mitglieder, die Bäuerin, der Bauer, der Hof (die Erde), und die umgebende Region.

Die Mitglieder erhalten
- Qualität: frische, lebensspendende Nahrungsmittel
- Transparenz: wissen wo und wie die Nahrungsmittel angebaut werden, wer sie anbaut und zu welchen Kosten
- Regionale Nachhaltigkeit: Aufbau von ökonomischen Strukturen, durch die eine lebendige lokale Landwirtschaft gestärkt wird
- Erfahrungsräume und Bildung: die Möglichkeit sich Wissen über den Anbau und die Herstellung von Lebensmitteln und über die Pflege der Erde zu erwerben
- Emotionale Bindung: Bewusstsein über die Beziehung zur Erde, dem Land und den Prozessen, die unser Leben möglich machen

Die LandwirtInnen erhalten
- Eine Gemeinschaft: Planungssicherheit und die Möglichkeit der Unterstützung 
- Ein gesichertes Einkommen: Möglichkeit eines planbaren Einkommens und sich daher einer gesunden Form der Landwirtschaft widmen können
- Freude an der Arbeit: Zu wissen für wen die Lebensmittel bestimmt sind 

Der Hof
- ist geschützt vor Veränderungen des Marktes
- ist geschützt vor schädlicher landwirtschaft¬licher Praxis

Die Region
- wird durch die Vielfalt in der Landwirtschaft ein Ort  mit höherer Lebensqualität
- wird gestärkt durch das Zusammenbringen von Menschen, die gesunde Bedenken über unsere Zukunft teilen
- erfährt einen ökonomischen Wandel, da die Wertschöpfung verstärkt in der Region bleibt
 

Solidarische Landwirtschaft funktioniert im Prinzip folgendermaßen:
Ein Kreis von Menschen verbindet sich langfristig mit einem Hof, finanziert gemeinsam die jährlichen Kosten des Hofes im Voraus und erhält dafür im Gegenzug einen entsprechenden Anteil an der Ernte und die Gewissheit, dass die LandwirtInnen mit dem Land, dem Wasser, den Tieren und Pflanzen verantwortlich und zukunftsfähig umgehen.

Jeder Hof und jede Gärtnerei kann eine bestimmte Anzahl von Mitgliedern mit ökologischen Lebensmitteln, entsprechend den Jahreszeiten, versorgen.

Jede Person übernimmt im Voraus einen Anteil an den jährlichen Kosten des Gemeinschaftshofes. Alle Anteile zusammen finanzieren die Kosten, die jährlich offen gelegt werden. Dafür erhält jede Person ihren Anteil an der gesamten Ernte.

Alle Mitglieder haben ein Mitspracherecht bei der Wahl der Sorten oder dem Anbau.

Die Lebensmittel werden an Stützpunkte ausgeliefert, an denen die jeweiligen Mitglieder sie abholen oder auch direkt ab Hof.


Möglichkeiten, wie diese Verbindung zwischen Menschen und Hof entstehen kann, die der Solidarische Landwirtschaft zugrunde liegt:
-	Von den Mitgliedern initiert: Ein Kreis von Menschen hat den Wunsch, seine Lebensmittel oder einen Teil davon direkt von einem Hof zu beziehen. Die Gruppe klärt, welcher Bedarf vorhanden ist und in welchem Umfang Bereitschaft besteht, sich mit einem Hof zu verbinden. Daraufhin kann diese Gemeinschaft mit dieser Bitte bzw. diesem Angebot auf einen Betrieb zugehen und klären, ob die Bedürfnisse beider Seiten auf diese Weise gedeckt werden können.

-	Von LandwirtInnen initiiert: Umgekehrt ist es auch möglich, dass ein Betrieb seine Leistungen/ Lebensmittel einem Kreis von Menschen anbietet und fragt, ob daran ein entsprechendes Interesse und Bedarf besteht. Dann liegt es an den einzelnen Personen des angesprochenen Kreises zu klären, ob sie die angebotene Leistung als Gruppe annehmen und unterstützen wollen und wie viel ihnen bzw. jedem Einzelnen diese Leistung wert ist.

Diese Vorgänge können auch parallel vonstatten gehen.


 

Die Entwicklungsgeschichte der Solidarischen Landwirtschaft 
Familie, Großfamilie, Dorfgemeinschaft oder Freundeskreise bildeten in der Geschichte häufig die Gemeinschaft, die einen Hof oder eine Gruppe von Höfen gemeinsam bewirtschaftete. Dies galt nicht nur für das Allmendeland, sondern auch für die einzelnen Höfe. Die Solidarische Landwirtschaft im engeren Sinne entstand unter den Bedingungen der industriellen Massengesellschaft, im Angesicht der drohenden Zerstörung der bäuerlichen Landwirtschaft und der Ernährungssouveränität, und vor dem Hintergrund des Agribusiness mit seiner Tierquälerei und der Zerstörung von Böden, Gewässern, Artenvielfalt und Klima. 

Das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft entwickelte sich unabhängig voneinander in Japan – und Europa/USA. In Japan führten vermehrte Lebensmittelimporte, sowie grundsätzliche philosophische Überlegungen, Mitte der 1970er Jahre zu den ersten Gründungen von „Teikei“ (Partnerschafts-Höfen). 
1978 entstanden Les Jardins de Cocagne in der Nähe von Genf – unter anderem angeregt durch kollektive Höfe im Allende-Chile und durch die Bauern- und Arbeiterbewegung in der Bretagne. 
1985 brachte Jan Vandertuin das Konzept vom Projekt Topinambur (nahe Zürich) in die USA, wo es von Robyn Van En und einer ganzen Reihe biodynamischer und organischer LandwirtInnen aufgegriffen wurde. Etwa zur gleichen Zeit wanderte Trauger Groh, ein biodynamischer Landwirt, in die USA aus. Er hatte auf dem Buschberghof (östlich Hamburg), eine Vorform der Solidarischen Landwirtschaft kennengelernt und gründete 1986 die Temple-Wilton Community Farm in New Hampshire. 
In diesem Zusammenhang entstand in den USA der Begriff Community Supported Agriculture (CSA). Der Buschberghof übernahm 1988 den Temple-Wilton-Ansatz, zu dem eine reguläre Mitgliedschaft gehören und eine Jahresversammlung, bei der die Mitglieder sich je nach ihren Möglichkeiten und Interessen zu den Vorauszahlungen verpflichten, mit denen die Kosten des nächsten Jahres bestritten werden. Die Initiatoren dieser Projekte waren stark durch die Lehren des assoziativen Wirtschaftens von Rudolf Steiner inspiriert. 
In den 1990er Jahre breitete sich CSA nach Kanada und Großbritannien aus. 

Nach dem Vorbild der CSA wurde 2001 die erste französische AMAP (Association pour la maintenance de l’agriculture paysanne) gegründet: Les Olivades in der Nähe von Aubagne (Provence). Die attac-Gruppe Aubagne spielte dabei eine wichtige Rolle. In den folgenden Jahren breiteten sich die AMAPs in Frankreich sehr schnell aus – in Zusammenarbeit mit attac France und anderen Netzwerken der Zivilgesellschaft und in Partnerschaft mit regionalen Regierungsstellen, die hier ein gangbares Konzept für die ländliche Entwicklung sahen. 

In Aubagne wurde 2004 auch das international Netzwerk der CSA-Bewegungen gegründet: Urgenci (an Urban Rural network generating new forms of Exchange between Citizens). Seither ist die Zahl der Solidarhöfe sowie deren Vernetzung in vielen Ländern, wie z.B. England, Frankreich Holland und Belgien, stetig gewachsen. Allein in den USA gibt es heute mehr als 2500 CSAs. 

Auf einem workshop bei der attac Sommerakademie in Bergedorf entstand 2010 die Idee, es den französischen KollegInnen nachzutun und sich für den Ausbau der Solidarischen Landwirtschaft in Deutschland zu engagieren. Aus der Zusammenarbeit von Menschen verschiedener Gemeinschaftshöfe in Deutschland mit dieser Initiative und vielen neuen InteressentInnen entstand 2011 das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>REGIONALE VERTRAGSLANDWIRTSCHAFT &#8211; VARIANTE 4 „COMMUNITY SUPPORTED AGRICULTURE“ (CSA)</p>
<p><a href="http://www.urgenci.net/" rel="nofollow">http://www.urgenci.net/</a> (Internationaler Verband CSA)<br />
<a href="http://www.eurovia.org/?lang=de" rel="nofollow">http://www.eurovia.org/?lang=de</a> (Via Campesina europaweit) -&gt; <a href="http://www.lautresyndicat.ch" rel="nofollow">http://www.lautresyndicat.ch</a><br />
<a href="http://nyelenieurope.net/index.php?lang=de" rel="nofollow">http://nyelenieurope.net/index.php?lang=de</a> (European Food Sovereignty Forum)<br />
<a href="http://www.solidarische-landwirtschaft.org/" rel="nofollow">http://www.solidarische-landwirtschaft.org/</a> (siehe Beiblatt)</p>
<p>Auszug aus Wikipedia <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Landwirtschaftsgemeinschaftshof" rel="nofollow">http://de.wikipedia.org/wiki/Landwirtschaftsgemeinschaftshof</a> (22.08.11):<br />
Definition CSA:<br />
Ein „Landwirtschaftsgemeinschaftshof (oder auch Gemeinschaftshof)“ [=CSA] ist ein Zusammenschluss einer Gruppe von Verbrauchern und eines Partner-Landwirtes [oder mehrerer Partner-Landwirte].</p>
<p>Konzept:<br />
Die Verbraucher geben eine Abnahmegarantie (für 6 Monate oder ein Jahr) für die Produktion des Landwirtes und erhalten im Gegenzug Einblick und Einfluss auf die Produktion (zumeist biodynamisch oder anderweitig ökologisch). Diese Partnerschaft unterstützt eine lokale Produktion und einen lokalen Verkauf.</p>
<p>Entwicklung:<br />
Das Konzept entstand in den 1960er Jahren in Japan, wo heute etwa ein Viertel der Haushalte an einem Teikei (dt. „Partnerschaft“) beteiligt sind.<br />
In den USA entwickelte sich die dort Community-Supported Agriculture (CSA) genannte Wirtschaftsweise jedoch unabhängig davon in einem Kreis um den biodynamischen Landwirt Trauger Groh und durch den aus der Schweiz eingewanderten Jan VanderTuin. Dort bestehen CSA-Gemeinschaften seit 1985, zur Zeit mit etwa 1500 Gruppen.<br />
In Frankreich existiert dieses Kooperationskonzept unter dem Namen „Association pour le maintien de l&#8217;agriculture paysanne“, kurz AMAP, (Verbrauchervereinigung für die Beibehaltung der bäuerlichen Landwirtschaft). Es handelt sich dabei um regional agierende Vereine, die der gesicherten Abnahme von landwirtschaftlichen Produkten aus deren Herkunftsregion durch ihre Mitglieder und Unterstützer dienen. Typische Produkte sind Früchte, Gemüse, Eier, Käse, Fleisch und weitere Erzeugnisse.[1][2][3]<br />
In Deutschland gilt der Demeter-Betrieb Buschberghof in Fuhlenhagen als Keimzelle für die zurzeit (2008) neun Gemeinschaften[4][5][6][7]. Viele weitere Ökobauernhöfe sowie Foodcoops bieten als wesentlich einfachere Variante sogenannte Gemüse-Abo-Kisten an.<br />
CSA war eines der favorisierten Konzepte auf dem Weltsozialforum 2001 in Porto Alegre (Brasilien).</p>
<p>Beispiele:<br />
<a href="http://www.kattendorfer-hof.de/" rel="nofollow">http://www.kattendorfer-hof.de/</a> (demeter, seit 1998, Nähe Hamburg)<br />
<a href="http://www.hofpente.de/" rel="nofollow">http://www.hofpente.de/</a> (demeter, seit 2011, Nähe Osnabrück)<br />
DVD „Farmer John“ (interessant bzgl. CSA ab Minute 45)</p>
<p>KONZEPT DER CSA GEMÄSS <a href="http://www.solidarische-landwirtschaft.org/konzept" rel="nofollow">http://www.solidarische-landwirtschaft.org/konzept</a></p>
<p>Die Idee<br />
Gesunde, frische Nahrungsmittel sollten, wenn möglich aus der Region und aus ökologischem Anbau stammen. Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten haben meist nur die Wahl die Natur oder sich selbst auszubeuten. Ihre Existenz ist abhängig von Subventionen und den Markt- bzw. Weltmarktpreisen. Beides Faktoren auf die sie keinen Einfluss haben und sie oft dazu bringt über ihre persönliche Belastungsgrenzen und die von Boden und Tieren zu gehen oder ganz aus der Landwirtschaft aus zu steigen. Auch der ökologische Landbau ist von diesem Mechanismus nicht ausgenommen. Wie kann eine verantwortungsvolle, lebensspendende Landwirtschaft aussehen die gleichzeitig die Existenz der Menschen die dort arbeiten sicherstellt?</p>
<p>Eine gemeinschaftlich getragene Landwirtschaft– eine Landwirtschaft, die eine Gemeinschaft von Menschen ernährt.</p>
<p>Grundlegend ist, dass eine Gruppe die Abnahme der Erzeugnisse garantiert und die Ernte bzw. alles was notwendig ist, um diese zu erzeugen vorfinanziert. Alle teilen sich die damit verbundene Verantwortung und die Ernte.</p>
<p>In einer Solidarischen Landwirtschaft gewinnen alle Beteiligten von dieser Beziehung: die Mitglieder, die Bäuerin, der Bauer, der Hof (die Erde), und die umgebende Region.</p>
<p>Die Mitglieder erhalten<br />
- Qualität: frische, lebensspendende Nahrungsmittel<br />
- Transparenz: wissen wo und wie die Nahrungsmittel angebaut werden, wer sie anbaut und zu welchen Kosten<br />
- Regionale Nachhaltigkeit: Aufbau von ökonomischen Strukturen, durch die eine lebendige lokale Landwirtschaft gestärkt wird<br />
- Erfahrungsräume und Bildung: die Möglichkeit sich Wissen über den Anbau und die Herstellung von Lebensmitteln und über die Pflege der Erde zu erwerben<br />
- Emotionale Bindung: Bewusstsein über die Beziehung zur Erde, dem Land und den Prozessen, die unser Leben möglich machen</p>
<p>Die LandwirtInnen erhalten<br />
- Eine Gemeinschaft: Planungssicherheit und die Möglichkeit der Unterstützung<br />
- Ein gesichertes Einkommen: Möglichkeit eines planbaren Einkommens und sich daher einer gesunden Form der Landwirtschaft widmen können<br />
- Freude an der Arbeit: Zu wissen für wen die Lebensmittel bestimmt sind </p>
<p>Der Hof<br />
- ist geschützt vor Veränderungen des Marktes<br />
- ist geschützt vor schädlicher landwirtschaft¬licher Praxis</p>
<p>Die Region<br />
- wird durch die Vielfalt in der Landwirtschaft ein Ort  mit höherer Lebensqualität<br />
- wird gestärkt durch das Zusammenbringen von Menschen, die gesunde Bedenken über unsere Zukunft teilen<br />
- erfährt einen ökonomischen Wandel, da die Wertschöpfung verstärkt in der Region bleibt<br />
 </p>
<p>Solidarische Landwirtschaft funktioniert im Prinzip folgendermaßen:<br />
Ein Kreis von Menschen verbindet sich langfristig mit einem Hof, finanziert gemeinsam die jährlichen Kosten des Hofes im Voraus und erhält dafür im Gegenzug einen entsprechenden Anteil an der Ernte und die Gewissheit, dass die LandwirtInnen mit dem Land, dem Wasser, den Tieren und Pflanzen verantwortlich und zukunftsfähig umgehen.</p>
<p>Jeder Hof und jede Gärtnerei kann eine bestimmte Anzahl von Mitgliedern mit ökologischen Lebensmitteln, entsprechend den Jahreszeiten, versorgen.</p>
<p>Jede Person übernimmt im Voraus einen Anteil an den jährlichen Kosten des Gemeinschaftshofes. Alle Anteile zusammen finanzieren die Kosten, die jährlich offen gelegt werden. Dafür erhält jede Person ihren Anteil an der gesamten Ernte.</p>
<p>Alle Mitglieder haben ein Mitspracherecht bei der Wahl der Sorten oder dem Anbau.</p>
<p>Die Lebensmittel werden an Stützpunkte ausgeliefert, an denen die jeweiligen Mitglieder sie abholen oder auch direkt ab Hof.</p>
<p>Möglichkeiten, wie diese Verbindung zwischen Menschen und Hof entstehen kann, die der Solidarische Landwirtschaft zugrunde liegt:<br />
-	Von den Mitgliedern initiert: Ein Kreis von Menschen hat den Wunsch, seine Lebensmittel oder einen Teil davon direkt von einem Hof zu beziehen. Die Gruppe klärt, welcher Bedarf vorhanden ist und in welchem Umfang Bereitschaft besteht, sich mit einem Hof zu verbinden. Daraufhin kann diese Gemeinschaft mit dieser Bitte bzw. diesem Angebot auf einen Betrieb zugehen und klären, ob die Bedürfnisse beider Seiten auf diese Weise gedeckt werden können.</p>
<p>-	Von LandwirtInnen initiiert: Umgekehrt ist es auch möglich, dass ein Betrieb seine Leistungen/ Lebensmittel einem Kreis von Menschen anbietet und fragt, ob daran ein entsprechendes Interesse und Bedarf besteht. Dann liegt es an den einzelnen Personen des angesprochenen Kreises zu klären, ob sie die angebotene Leistung als Gruppe annehmen und unterstützen wollen und wie viel ihnen bzw. jedem Einzelnen diese Leistung wert ist.</p>
<p>Diese Vorgänge können auch parallel vonstatten gehen.</p>
<p> </p>
<p>Die Entwicklungsgeschichte der Solidarischen Landwirtschaft<br />
Familie, Großfamilie, Dorfgemeinschaft oder Freundeskreise bildeten in der Geschichte häufig die Gemeinschaft, die einen Hof oder eine Gruppe von Höfen gemeinsam bewirtschaftete. Dies galt nicht nur für das Allmendeland, sondern auch für die einzelnen Höfe. Die Solidarische Landwirtschaft im engeren Sinne entstand unter den Bedingungen der industriellen Massengesellschaft, im Angesicht der drohenden Zerstörung der bäuerlichen Landwirtschaft und der Ernährungssouveränität, und vor dem Hintergrund des Agribusiness mit seiner Tierquälerei und der Zerstörung von Böden, Gewässern, Artenvielfalt und Klima. </p>
<p>Das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft entwickelte sich unabhängig voneinander in Japan – und Europa/USA. In Japan führten vermehrte Lebensmittelimporte, sowie grundsätzliche philosophische Überlegungen, Mitte der 1970er Jahre zu den ersten Gründungen von „Teikei“ (Partnerschafts-Höfen).<br />
1978 entstanden Les Jardins de Cocagne in der Nähe von Genf – unter anderem angeregt durch kollektive Höfe im Allende-Chile und durch die Bauern- und Arbeiterbewegung in der Bretagne.<br />
1985 brachte Jan Vandertuin das Konzept vom Projekt Topinambur (nahe Zürich) in die USA, wo es von Robyn Van En und einer ganzen Reihe biodynamischer und organischer LandwirtInnen aufgegriffen wurde. Etwa zur gleichen Zeit wanderte Trauger Groh, ein biodynamischer Landwirt, in die USA aus. Er hatte auf dem Buschberghof (östlich Hamburg), eine Vorform der Solidarischen Landwirtschaft kennengelernt und gründete 1986 die Temple-Wilton Community Farm in New Hampshire.<br />
In diesem Zusammenhang entstand in den USA der Begriff Community Supported Agriculture (CSA). Der Buschberghof übernahm 1988 den Temple-Wilton-Ansatz, zu dem eine reguläre Mitgliedschaft gehören und eine Jahresversammlung, bei der die Mitglieder sich je nach ihren Möglichkeiten und Interessen zu den Vorauszahlungen verpflichten, mit denen die Kosten des nächsten Jahres bestritten werden. Die Initiatoren dieser Projekte waren stark durch die Lehren des assoziativen Wirtschaftens von Rudolf Steiner inspiriert.<br />
In den 1990er Jahre breitete sich CSA nach Kanada und Großbritannien aus. </p>
<p>Nach dem Vorbild der CSA wurde 2001 die erste französische AMAP (Association pour la maintenance de l’agriculture paysanne) gegründet: Les Olivades in der Nähe von Aubagne (Provence). Die attac-Gruppe Aubagne spielte dabei eine wichtige Rolle. In den folgenden Jahren breiteten sich die AMAPs in Frankreich sehr schnell aus – in Zusammenarbeit mit attac France und anderen Netzwerken der Zivilgesellschaft und in Partnerschaft mit regionalen Regierungsstellen, die hier ein gangbares Konzept für die ländliche Entwicklung sahen. </p>
<p>In Aubagne wurde 2004 auch das international Netzwerk der CSA-Bewegungen gegründet: Urgenci (an Urban Rural network generating new forms of Exchange between Citizens). Seither ist die Zahl der Solidarhöfe sowie deren Vernetzung in vielen Ländern, wie z.B. England, Frankreich Holland und Belgien, stetig gewachsen. Allein in den USA gibt es heute mehr als 2500 CSAs. </p>
<p>Auf einem workshop bei der attac Sommerakademie in Bergedorf entstand 2010 die Idee, es den französischen KollegInnen nachzutun und sich für den Ausbau der Solidarischen Landwirtschaft in Deutschland zu engagieren. Aus der Zusammenarbeit von Menschen verschiedener Gemeinschaftshöfe in Deutschland mit dieser Initiative und vielen neuen InteressentInnen entstand 2011 das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Kulturellkreative von einfachesleben</title>
		<link>http://de.lovos.org/kulturellkreative/#comment-247</link>
		<dc:creator><![CDATA[einfachesleben]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Sep 2011 11:50:58 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[REGIONALE VERTRAGSLANDWIRTSCHAFT (RVL)
Die RVL ist meines Erachtens ein sehr realistischer und tragfähiger Ansatz, wie wir zu einem &quot;neuen miteinander&quot; kommen können - sowohl Menschen und Natur als auch Menschen mit Menschen. In der französischsprachigen Schweiz passiert da schon sehr viel seit Jahren mit grossem Erfolg; in der Deutschschweiz scheint inzwischen auch eine Welle losgetreten zu sein in der Richtung und ich bin gespannt, ob wir in der Region „Oberaargau plus“ auch so etwas initiieren können. Die Zeichen scheinen mir auf grün... folgend finden sich ein paar Informationen zusammengefasst zu dem Thema generell:

Definition (Information basierend auf dem Entwurf der Charta des derzeit gründenden deutschschweizer Verbandes für RVL)

Warum
Die Herausforderungen unserer Zeit – Energiekirse, Geldsystemkrise, Klimawandel, Verschleiss/ Zerstörung/ Verschmutzung von Kulturland &amp; Humus, Wasser, Luft/ Biosphäre und anderen Ressourcen aus verschiedensten Gründen – erfordern einen systemischen Wandel. Lebensansätze sind kreativ so umzugestalten, dass sowohl Natur und Kultur harmonisch miteinander wirken können als auch Menschen mit Menschen in Respekt und Liebe miteinander leben. 
Die regionale Vertragslandwirtschaft (RVL) hat zum Ziel, die Regionen zu wirtschaftlich stabilen Einheiten mit jeweils eigenem Profil zu machen, die – zumindest was die Selbstversorgung mit Lebensmitteln betrifft – lebensfähig sind.


Wohin
RVL soll eine menschen- und naturgerechte Landwirtschaft fördern, welche langfristig ausgerichtet ist (Generationen). Planung, Engagement, Risikoverteilung, Arbeitsbedingungen, ... die gesamten Prozesse vom Anbau bis zum Verzehr aller Lebensmittel (später auch anderer Alltagsgüter) sollen ökologisch wie ökonomisch lebensfähig wie lebenswert, saisonal und lokal/ regional gestaltet sein. Vielfältige bäuerlich-gewerbliche Dorfstrukturen mit allen Produktions-anlagen für Lebensmittel als Rohstoffe wie auch Halbfertig- und Fertigfabrikate auf dem Lande und vielfältige städtische Kultur-, Handels- und Dienstleistungszentren sollen nebeneinander Platz haben und sich gegenseitig respektieren sowie ergänzen und unterstützen. 
Gesellschaftliches und somit auch wirtschaftliches Wachstum ist nicht mehr selbstzerstörer-isches Dogma, sondern ein wieder an die von der Natur vorgegeben Lebenszyklen angepasstes Element menschlichen Schaffens und Handelns.
Die Landwirtschaft wird als Grundlage von Leben, Gesundheit und friedlichem Miteinander geachtet. Das Produzieren und Kultivieren von Lebensmitteln basiert auf einer sorgsamen Pflege der natürlichen Organismen und Ressourcen, auf dem gegenseitigen Respekt zwischen Mensch und Natur wie auch Mensch und Mensch – also auch einem gemeinsamen Tragen der der Verantwortung dafür von ProduzentInnen und KonsumentInnen.

Methodischer Ansatz: Die Konsumhaltung verändert sich grundlegend, wenn die Konsument-Innen sich aktiv am Produktionsprozess beteiligen. Deshalb spielt die Mitarbeit bei vielen RVL-Projekten eine zentrale Rolle. Durch die Mitarbeit bekommen die KonsumentInnen einen direkten Bezug zur Produktion ihrer eigenen Nahrung und zur Landwirtschaft als lebendigem sensiblem Lebensbereich. Dadurch steigt die Wertschätzung für die Produkte, für die Arbeit der BäuerInnen sowie insgesamt für die regionale Vertragslandwirtschaft als Konzept zur Lebens-mittelversorgung. Durch das aktive Mitwirken bei der Aufzucht und Pflege der Kulturen, bei der Ernte, etc. erleben und entdecken Kinder, Jugendliche und Erwachsene, woher die Lebens-mittel kommen, wie sie entstehen, wieviel Arbeit, Zeit und Energie dafür eingesetzt werden, dass wir täglich gut und satt zu essen &amp; trinken haben. 
Die Mitarbeit der KonsumentInnen hat zudem einen wichtigen Nebeneffekt: Sie holt uns aus dem anonymen Nebeneinander wieder ins persönliche Miteinander, sie vernetzt (über alle Alters-, Berufs- und sonstige gruppen), schafft zwischenmenschliche Kontakte, den Austausch über Gott und die Welt, die Basis gegenseitigen Kennens und Vertrauens. 


Wie
1.	Das Gemüse-Abo 
In der regionalen Vertragslandwirtschaft stehen sich häufig als gleichberechtigte Vertrags-partnerInnen auf der einen Seite organisierte KonsumentInnen (z.B. als Verein) und auf der anderen Seite einzelne oder ihrerseits organisierte ProduzentInnen gegenüber, die miteinander einen Abnahmevertrag in der Regel für ein ganzes Jahr aushandeln (z.B. SoliTerre Bern, StadtLandNetz Winterthur).

2.	ProduzentInnen-KonsumentInnen-Gemeinschaft (PKG)
KonsumentInnen bilden eine Genossenschaft, pachten Land, und produzieren selber in Zusammenarbeit mit GärtnerInnen, Gemüsebauern, die von der Genossenschaft angestellt und bezahlt werden (ortoloco in Zürich, holzlabor in Thalheim). Die Mitglieder bezahlen nicht mehr für die Produkte, sondern einen Betriebsbeitrag/Mitgliederbeitrag pro Jahr.

3.	Food Coop
Meist wird beim Gemüse-Abo und der PKG ab einer gewissen Mitgliederzahl auch eine Food Coop, eine Einkaufsgenossenschaft eingerichtet. Die Genossenschaft kauft direkt bei den ProduzentInnen zum Grosshandelspreis Lebensmittel ein und die Mitglieder können in ihrem Laden günstig einkaufen.
	
4.	Community Supported Agriculture (CSA)
In vielen Projekten der regionalen Vertragslandwirtschaft spielt die Mitarbeit der Konsument-Innen im und um den Betrieb und eine möglichst breite Risikoteilung eine sehr wichtige Rolle. Ab einer bestimmten Grösse kann auch eigenes Land oder sogar ein eigener Bauernhof gekauft, um- und ausgebaut sowie bewirtschaftet werden. (agrico in Basel, DVD „Farmer John“)
	mehr dazu in separatem Kommentar

5.	Transition-Initiativen 
Die Relokalisierung und Förderung von regionalen Wirtschaftskreisläufen wird auf ein ganzes Dorf, eine ganze Stadt, eine Region und verschiedene Themen ausgeweitet. Neben der Ernährungssouveränität wird auch die Selbstversorgung (in unterschiedlichen Graden) in Bereichen wie Energie, Bekleidung, Bildung, Mobilität, Geld (www.regiogeld.ch) angestrebt.
	mehr dazu mündlich, respektive auf Anfrage

weiterführende Informationen 
-	www.stadtlandnetz.ch (Winterthur), www.soliterre.ch (Bern), www.ortoloco.ch (Zürich), www.artichauts.ch (Genf), www.birsmattehof.ch (agrico Basel), http://www.acpch.ch/websites/acp/ (Westschweizer Verband RVL), 

-	http://www.urgenci.net/ (Internat. Verband CSA) 
http://www.eurovia.org/?lang=de (Via Campesina europaweit)

-	http://www.alpenparlament.tv/playlist/68-codex-alimentarius-dr-gottfried-lange-im-interview-mit-tomas-eckardt (Codex Alimentarius - eine zentrale Wurzel des Problems)

-	DVD: 
-- Frische Wege (Reportage über RVL in der Westschweiz)
-- Voices of the Transition (Reportage über RVL in F, E, Cuba)
-- In Transition 1.0]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>REGIONALE VERTRAGSLANDWIRTSCHAFT (RVL)<br />
Die RVL ist meines Erachtens ein sehr realistischer und tragfähiger Ansatz, wie wir zu einem &#8220;neuen miteinander&#8221; kommen können &#8211; sowohl Menschen und Natur als auch Menschen mit Menschen. In der französischsprachigen Schweiz passiert da schon sehr viel seit Jahren mit grossem Erfolg; in der Deutschschweiz scheint inzwischen auch eine Welle losgetreten zu sein in der Richtung und ich bin gespannt, ob wir in der Region „Oberaargau plus“ auch so etwas initiieren können. Die Zeichen scheinen mir auf grün&#8230; folgend finden sich ein paar Informationen zusammengefasst zu dem Thema generell:</p>
<p>Definition (Information basierend auf dem Entwurf der Charta des derzeit gründenden deutschschweizer Verbandes für RVL)</p>
<p>Warum<br />
Die Herausforderungen unserer Zeit – Energiekirse, Geldsystemkrise, Klimawandel, Verschleiss/ Zerstörung/ Verschmutzung von Kulturland &amp; Humus, Wasser, Luft/ Biosphäre und anderen Ressourcen aus verschiedensten Gründen – erfordern einen systemischen Wandel. Lebensansätze sind kreativ so umzugestalten, dass sowohl Natur und Kultur harmonisch miteinander wirken können als auch Menschen mit Menschen in Respekt und Liebe miteinander leben.<br />
Die regionale Vertragslandwirtschaft (RVL) hat zum Ziel, die Regionen zu wirtschaftlich stabilen Einheiten mit jeweils eigenem Profil zu machen, die – zumindest was die Selbstversorgung mit Lebensmitteln betrifft – lebensfähig sind.</p>
<p>Wohin<br />
RVL soll eine menschen- und naturgerechte Landwirtschaft fördern, welche langfristig ausgerichtet ist (Generationen). Planung, Engagement, Risikoverteilung, Arbeitsbedingungen, &#8230; die gesamten Prozesse vom Anbau bis zum Verzehr aller Lebensmittel (später auch anderer Alltagsgüter) sollen ökologisch wie ökonomisch lebensfähig wie lebenswert, saisonal und lokal/ regional gestaltet sein. Vielfältige bäuerlich-gewerbliche Dorfstrukturen mit allen Produktions-anlagen für Lebensmittel als Rohstoffe wie auch Halbfertig- und Fertigfabrikate auf dem Lande und vielfältige städtische Kultur-, Handels- und Dienstleistungszentren sollen nebeneinander Platz haben und sich gegenseitig respektieren sowie ergänzen und unterstützen.<br />
Gesellschaftliches und somit auch wirtschaftliches Wachstum ist nicht mehr selbstzerstörer-isches Dogma, sondern ein wieder an die von der Natur vorgegeben Lebenszyklen angepasstes Element menschlichen Schaffens und Handelns.<br />
Die Landwirtschaft wird als Grundlage von Leben, Gesundheit und friedlichem Miteinander geachtet. Das Produzieren und Kultivieren von Lebensmitteln basiert auf einer sorgsamen Pflege der natürlichen Organismen und Ressourcen, auf dem gegenseitigen Respekt zwischen Mensch und Natur wie auch Mensch und Mensch – also auch einem gemeinsamen Tragen der der Verantwortung dafür von ProduzentInnen und KonsumentInnen.</p>
<p>Methodischer Ansatz: Die Konsumhaltung verändert sich grundlegend, wenn die Konsument-Innen sich aktiv am Produktionsprozess beteiligen. Deshalb spielt die Mitarbeit bei vielen RVL-Projekten eine zentrale Rolle. Durch die Mitarbeit bekommen die KonsumentInnen einen direkten Bezug zur Produktion ihrer eigenen Nahrung und zur Landwirtschaft als lebendigem sensiblem Lebensbereich. Dadurch steigt die Wertschätzung für die Produkte, für die Arbeit der BäuerInnen sowie insgesamt für die regionale Vertragslandwirtschaft als Konzept zur Lebens-mittelversorgung. Durch das aktive Mitwirken bei der Aufzucht und Pflege der Kulturen, bei der Ernte, etc. erleben und entdecken Kinder, Jugendliche und Erwachsene, woher die Lebens-mittel kommen, wie sie entstehen, wieviel Arbeit, Zeit und Energie dafür eingesetzt werden, dass wir täglich gut und satt zu essen &amp; trinken haben.<br />
Die Mitarbeit der KonsumentInnen hat zudem einen wichtigen Nebeneffekt: Sie holt uns aus dem anonymen Nebeneinander wieder ins persönliche Miteinander, sie vernetzt (über alle Alters-, Berufs- und sonstige gruppen), schafft zwischenmenschliche Kontakte, den Austausch über Gott und die Welt, die Basis gegenseitigen Kennens und Vertrauens. </p>
<p>Wie<br />
1.	Das Gemüse-Abo<br />
In der regionalen Vertragslandwirtschaft stehen sich häufig als gleichberechtigte Vertrags-partnerInnen auf der einen Seite organisierte KonsumentInnen (z.B. als Verein) und auf der anderen Seite einzelne oder ihrerseits organisierte ProduzentInnen gegenüber, die miteinander einen Abnahmevertrag in der Regel für ein ganzes Jahr aushandeln (z.B. SoliTerre Bern, StadtLandNetz Winterthur).</p>
<p>2.	ProduzentInnen-KonsumentInnen-Gemeinschaft (PKG)<br />
KonsumentInnen bilden eine Genossenschaft, pachten Land, und produzieren selber in Zusammenarbeit mit GärtnerInnen, Gemüsebauern, die von der Genossenschaft angestellt und bezahlt werden (ortoloco in Zürich, holzlabor in Thalheim). Die Mitglieder bezahlen nicht mehr für die Produkte, sondern einen Betriebsbeitrag/Mitgliederbeitrag pro Jahr.</p>
<p>3.	Food Coop<br />
Meist wird beim Gemüse-Abo und der PKG ab einer gewissen Mitgliederzahl auch eine Food Coop, eine Einkaufsgenossenschaft eingerichtet. Die Genossenschaft kauft direkt bei den ProduzentInnen zum Grosshandelspreis Lebensmittel ein und die Mitglieder können in ihrem Laden günstig einkaufen.</p>
<p>4.	Community Supported Agriculture (CSA)<br />
In vielen Projekten der regionalen Vertragslandwirtschaft spielt die Mitarbeit der Konsument-Innen im und um den Betrieb und eine möglichst breite Risikoteilung eine sehr wichtige Rolle. Ab einer bestimmten Grösse kann auch eigenes Land oder sogar ein eigener Bauernhof gekauft, um- und ausgebaut sowie bewirtschaftet werden. (agrico in Basel, DVD „Farmer John“)<br />
	mehr dazu in separatem Kommentar</p>
<p>5.	Transition-Initiativen<br />
Die Relokalisierung und Förderung von regionalen Wirtschaftskreisläufen wird auf ein ganzes Dorf, eine ganze Stadt, eine Region und verschiedene Themen ausgeweitet. Neben der Ernährungssouveränität wird auch die Selbstversorgung (in unterschiedlichen Graden) in Bereichen wie Energie, Bekleidung, Bildung, Mobilität, Geld (www.regiogeld.ch) angestrebt.<br />
	mehr dazu mündlich, respektive auf Anfrage</p>
<p>weiterführende Informationen<br />
-	<a href="http://www.stadtlandnetz.ch" rel="nofollow">http://www.stadtlandnetz.ch</a> (Winterthur), <a href="http://www.soliterre.ch" rel="nofollow">http://www.soliterre.ch</a> (Bern), <a href="http://www.ortoloco.ch" rel="nofollow">http://www.ortoloco.ch</a> (Zürich), <a href="http://www.artichauts.ch" rel="nofollow">http://www.artichauts.ch</a> (Genf), <a href="http://www.birsmattehof.ch" rel="nofollow">http://www.birsmattehof.ch</a> (agrico Basel), <a href="http://www.acpch.ch/websites/acp/" rel="nofollow">http://www.acpch.ch/websites/acp/</a> (Westschweizer Verband RVL), </p>
<p>-	<a href="http://www.urgenci.net/" rel="nofollow">http://www.urgenci.net/</a> (Internat. Verband CSA)<br />
<a href="http://www.eurovia.org/?lang=de" rel="nofollow">http://www.eurovia.org/?lang=de</a> (Via Campesina europaweit)</p>
<p>-	<a href="http://www.alpenparlament.tv/playlist/68-codex-alimentarius-dr-gottfried-lange-im-interview-mit-tomas-eckardt" rel="nofollow">http://www.alpenparlament.tv/playlist/68-codex-alimentarius-dr-gottfried-lange-im-interview-mit-tomas-eckardt</a> (Codex Alimentarius &#8211; eine zentrale Wurzel des Problems)</p>
<p>-	DVD:<br />
&#8211; Frische Wege (Reportage über RVL in der Westschweiz)<br />
&#8211; Voices of the Transition (Reportage über RVL in F, E, Cuba)<br />
&#8211; In Transition 1.0</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Nachhaltigkeit von einfachesleben</title>
		<link>http://de.lovos.org/forum/#comment-213</link>
		<dc:creator><![CDATA[einfachesleben]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Aug 2011 09:04:12 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://einfachesleben.wordpress.com/?page_id=15#comment-213</guid>
		<description><![CDATA[Die Stiftung &quot;spirit.ch - Nachhaltige LebensQualität&quot; führt derzeit ein Projekt durch, das bis im Sommer 2012 mittels zweier Befragungen zu den Themen „Nachhaltigkeit und Politik“ sowie „Nachhaltigkeit und Wirtschaft“ NACHHALTIGES BEWUSSTSEIN umfassend erforscht. Wer dazu Meinungen hat und abgeben will, ist hiermit herzlich eingeladen an diesem Prozess teilzunehmen unter 

http://www.spirit.ch/politik.html
 

Informationen zum Projekt:
Nachhaltigkeit beginnt im Kopf. Doch darüber, was NACHHALTIGES BEWUSSTSEIN eigentlich bedeutet, wissen wir erstaunlich wenig. Mit zwei Online-Umfragen will spirit.ch, die Plattform für Nachhaltige Lebensqualität, diese Wissenslücke schliessen.

Wie verschiedene Befragungsstudien aus dem Umfeld der Stiftung spirit.ch nachdrücklich belegen, wird Nachhaltigkeit im öffentlichen Bewusstsein immer mehr zu einem zentralen Thema und Anliegen. Dabei wird sowohl der Politik als auch der Wirtschaft eine besondere Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung zugewiesen. Unser Projekt will die Frage beantworten, welche Herausforderungen sich dadurch für Politik und Wirtschaft ergeben.

In einer ersten Befragung geht es um die Grundlagen eines nachhaltigen Bewusstseins und um die Verbindung von Nachhaltigkeit und Politik, in der zweiten dann um Nachhaltigkeit und Wirtschaft.

Um Antworten zu bekommen, fragen wir alle Beteiligten: Sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch Politiker/innen, sowohl Konsumentinnen und Konsumenten als auch Unternehmensvertreter/innen. Daraus ergibt sich eine fundierte und ganzheitliche Diagnose der Herausforderungen für Politik und Wirtschaft durch nachhaltiges Bewusstsein.

Auf der Grundlage dieser Diagnose werden im letzten Schritt des Projekts in einem iterativen Prozess anschauliche und attraktive Vorstellungen davon entwickeln, wie eine nachhaltige Zukunft aussehen könnte, und welche Rolle dabei Politik und Wirtschaft spielen. Diese nachhaltigen Szenarios sollen in einem Buch mit dem Arbeitstitel 
&quot;Nachhaltige Visionen – Reportagen aus dem Jahr 2022&quot; publiziert werden.

Die Idee der Nachhaltigkeit und alle, die sie vertreten, brauchen mehr Selbst-Bewusstsein, denn das stärkt ihr Selbstbewusstsein. Hilf/ Helfen Sie mit bei diesem Prozess durch die Teilnahme an unserer Umfrage über NACHHALTIGES BEWUSSTSEIN und Politik! Danke.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Stiftung &#8220;spirit.ch &#8211; Nachhaltige LebensQualität&#8221; führt derzeit ein Projekt durch, das bis im Sommer 2012 mittels zweier Befragungen zu den Themen „Nachhaltigkeit und Politik“ sowie „Nachhaltigkeit und Wirtschaft“ NACHHALTIGES BEWUSSTSEIN umfassend erforscht. Wer dazu Meinungen hat und abgeben will, ist hiermit herzlich eingeladen an diesem Prozess teilzunehmen unter </p>
<p><a href="http://www.spirit.ch/politik.html" rel="nofollow">http://www.spirit.ch/politik.html</a></p>
<p>Informationen zum Projekt:<br />
Nachhaltigkeit beginnt im Kopf. Doch darüber, was NACHHALTIGES BEWUSSTSEIN eigentlich bedeutet, wissen wir erstaunlich wenig. Mit zwei Online-Umfragen will spirit.ch, die Plattform für Nachhaltige Lebensqualität, diese Wissenslücke schliessen.</p>
<p>Wie verschiedene Befragungsstudien aus dem Umfeld der Stiftung spirit.ch nachdrücklich belegen, wird Nachhaltigkeit im öffentlichen Bewusstsein immer mehr zu einem zentralen Thema und Anliegen. Dabei wird sowohl der Politik als auch der Wirtschaft eine besondere Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung zugewiesen. Unser Projekt will die Frage beantworten, welche Herausforderungen sich dadurch für Politik und Wirtschaft ergeben.</p>
<p>In einer ersten Befragung geht es um die Grundlagen eines nachhaltigen Bewusstseins und um die Verbindung von Nachhaltigkeit und Politik, in der zweiten dann um Nachhaltigkeit und Wirtschaft.</p>
<p>Um Antworten zu bekommen, fragen wir alle Beteiligten: Sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch Politiker/innen, sowohl Konsumentinnen und Konsumenten als auch Unternehmensvertreter/innen. Daraus ergibt sich eine fundierte und ganzheitliche Diagnose der Herausforderungen für Politik und Wirtschaft durch nachhaltiges Bewusstsein.</p>
<p>Auf der Grundlage dieser Diagnose werden im letzten Schritt des Projekts in einem iterativen Prozess anschauliche und attraktive Vorstellungen davon entwickeln, wie eine nachhaltige Zukunft aussehen könnte, und welche Rolle dabei Politik und Wirtschaft spielen. Diese nachhaltigen Szenarios sollen in einem Buch mit dem Arbeitstitel<br />
&#8220;Nachhaltige Visionen – Reportagen aus dem Jahr 2022&#8243; publiziert werden.</p>
<p>Die Idee der Nachhaltigkeit und alle, die sie vertreten, brauchen mehr Selbst-Bewusstsein, denn das stärkt ihr Selbstbewusstsein. Hilf/ Helfen Sie mit bei diesem Prozess durch die Teilnahme an unserer Umfrage über NACHHALTIGES BEWUSSTSEIN und Politik! Danke.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Transition / Wandel von Willi Krafft</title>
		<link>http://de.lovos.org/energiewende-transition-towns/#comment-41</link>
		<dc:creator><![CDATA[Willi Krafft]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Feb 2011 19:58:41 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://einfachesleben.wordpress.com/?page_id=9#comment-41</guid>
		<description><![CDATA[Kriterien, um den offiziellen Status als Transition-Initiative zu erhalten


1.Ein Bewusstsein für das Ölfördermaximum und den Klimawandel als die wichtigsten beiden Triebkräfte für die Energiewende (in Satzung oder Richtlinien aufzunehmen)

2.Eine Gruppe von 4-5 Menschen, die bereit sind Führungsrollen zu übernehmen (nicht nur der grenzenlose Enthusiasmus einer Einzelperson)

3.Mindestens zwei Mitglieder des Kernteams, die bereit sind, zu Beginn des Prozesses an einer zweitägigen Schulung teilzunehmen. Diese Schulungen werden in Totnes abgehalten, aber auch im deutschsprachigen Raum Europas z.B. durch www.training-for-transition.de (Stand: Feb.2011). 

4.Eine potenziell gute Beziehung zur örtlichen Verwaltung

5.Ein grundlegendes Verständnis der 12 Schritte auf dem Weg zur Transition Town (Energiewendestadt)

6.Die Bereitschaft, bei Bedarf um Hilfe zu bitten

7.Die Zusage, die Internetpräsenz der Transition-Initiative laufend aktuell zu halten –­ entweder über das Wiki (gemeinsamer Arbeitsbereich im Internet, den wir euch zur Verfügung stellen werden) oder über eine eigene Webseite

8.Die Zusage, regelmäßig Beiträge in „Transition-Initiativen“-Blogs zu leisten (Die Welt schaut zu)

9.Die Zusage, nach dem Start der Initiative für mindestens zwei andere Gemeinden (idealerweise in der Nähe), in denen es ähnliche Pläne gibt, eine Präsentation zu machen – einen Vortrag der Sorte „Das und das haben wir gemacht“ oder „So war das für uns“

10.Die Zusage, im Netzwerk der anderen „Transition-Initiativen mitzuarbeiten

11.Die Zusage, mit anderen regionalen Energiewendegemeinden zusammenzuarbeiten

12.Minimale Interessenkonflikte im Kernteam

13.Die Zusage, das Transition-Netzwerk beim Beantragen nationaler oder internationaler Fördergelder zu unterstützen. Um lokale und regionale Fördergelder ist jede Initiative selbst besorgt.

14.Die Zusage, in der gesamten Initiative so viele Menschen wie möglich einzubeziehen

15.Die Erkenntnis, dass zwar wahrscheinlich die gesamte Stadt/Gemeinde und umliegende Gemeinden sowie der gesamte Kanton die Energiewende nötig hat, aber jede Einheit ihre eigene Initiative starten soll. Möglicherweise führt die Entstehung einer Vielzahl von Energiewende-Gemeinden in der Umgebung dazu, dass es Sinn macht, irgendeine Art von zentraler Koordinierung einzuführen; aber das soll sich mit der Zeit entwickeln (nicht erzwungen werden). [Dieser Punkt wurde hinzugefügt, da es verschiedene Fälle gab, bei denen die Aktivisten gleich ihre ganze Region zur Energiewende bringen wollten statt &quot;nur&quot; ihre eigene Gemeinde.] 
Sofern außerordentliche Umstände die Einrichtung einer zentralen Koordinierungs- oder Intitiativestelle (Hub) bedingen , hat eine solche Stelle sicherzustellen, dass die vorliegenden Kriterien für alle Initiativen gelten, die sich innerhalb der betreffenden Region bilden.
Auf Hubs treffen weitere Kriterien zu, die konkret mit dem transitionnetwork.org zu besprechen sind.

16.Es wird empfohlen, dass mindestens ein Mitglied des Kernteams einen Permakultur-Gestaltungskurs gemacht haben sollte … die Erfahrungen zeigen, dass dies einen gewichtigen Unterschied ausmachen kann.


Die Organisation www.transitionnetwork.org hält fest, dass diese Kriterien nicht in Stein gemeisselt sind; sie können also von Fall zu Fall variieren und werden sicher auch weiter entwickelt werden. 


(Quelle: http://energiewende.wordpress.com/grundlagen-kompakt/)]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Kriterien, um den offiziellen Status als Transition-Initiative zu erhalten</p>
<p>1.Ein Bewusstsein für das Ölfördermaximum und den Klimawandel als die wichtigsten beiden Triebkräfte für die Energiewende (in Satzung oder Richtlinien aufzunehmen)</p>
<p>2.Eine Gruppe von 4-5 Menschen, die bereit sind Führungsrollen zu übernehmen (nicht nur der grenzenlose Enthusiasmus einer Einzelperson)</p>
<p>3.Mindestens zwei Mitglieder des Kernteams, die bereit sind, zu Beginn des Prozesses an einer zweitägigen Schulung teilzunehmen. Diese Schulungen werden in Totnes abgehalten, aber auch im deutschsprachigen Raum Europas z.B. durch <a href="http://www.training-for-transition.de" rel="nofollow">http://www.training-for-transition.de</a> (Stand: Feb.2011). </p>
<p>4.Eine potenziell gute Beziehung zur örtlichen Verwaltung</p>
<p>5.Ein grundlegendes Verständnis der 12 Schritte auf dem Weg zur Transition Town (Energiewendestadt)</p>
<p>6.Die Bereitschaft, bei Bedarf um Hilfe zu bitten</p>
<p>7.Die Zusage, die Internetpräsenz der Transition-Initiative laufend aktuell zu halten –­ entweder über das Wiki (gemeinsamer Arbeitsbereich im Internet, den wir euch zur Verfügung stellen werden) oder über eine eigene Webseite</p>
<p>8.Die Zusage, regelmäßig Beiträge in „Transition-Initiativen“-Blogs zu leisten (Die Welt schaut zu)</p>
<p>9.Die Zusage, nach dem Start der Initiative für mindestens zwei andere Gemeinden (idealerweise in der Nähe), in denen es ähnliche Pläne gibt, eine Präsentation zu machen – einen Vortrag der Sorte „Das und das haben wir gemacht“ oder „So war das für uns“</p>
<p>10.Die Zusage, im Netzwerk der anderen „Transition-Initiativen mitzuarbeiten</p>
<p>11.Die Zusage, mit anderen regionalen Energiewendegemeinden zusammenzuarbeiten</p>
<p>12.Minimale Interessenkonflikte im Kernteam</p>
<p>13.Die Zusage, das Transition-Netzwerk beim Beantragen nationaler oder internationaler Fördergelder zu unterstützen. Um lokale und regionale Fördergelder ist jede Initiative selbst besorgt.</p>
<p>14.Die Zusage, in der gesamten Initiative so viele Menschen wie möglich einzubeziehen</p>
<p>15.Die Erkenntnis, dass zwar wahrscheinlich die gesamte Stadt/Gemeinde und umliegende Gemeinden sowie der gesamte Kanton die Energiewende nötig hat, aber jede Einheit ihre eigene Initiative starten soll. Möglicherweise führt die Entstehung einer Vielzahl von Energiewende-Gemeinden in der Umgebung dazu, dass es Sinn macht, irgendeine Art von zentraler Koordinierung einzuführen; aber das soll sich mit der Zeit entwickeln (nicht erzwungen werden). [Dieser Punkt wurde hinzugefügt, da es verschiedene Fälle gab, bei denen die Aktivisten gleich ihre ganze Region zur Energiewende bringen wollten statt "nur" ihre eigene Gemeinde.]<br />
Sofern außerordentliche Umstände die Einrichtung einer zentralen Koordinierungs- oder Intitiativestelle (Hub) bedingen , hat eine solche Stelle sicherzustellen, dass die vorliegenden Kriterien für alle Initiativen gelten, die sich innerhalb der betreffenden Region bilden.<br />
Auf Hubs treffen weitere Kriterien zu, die konkret mit dem transitionnetwork.org zu besprechen sind.</p>
<p>16.Es wird empfohlen, dass mindestens ein Mitglied des Kernteams einen Permakultur-Gestaltungskurs gemacht haben sollte … die Erfahrungen zeigen, dass dies einen gewichtigen Unterschied ausmachen kann.</p>
<p>Die Organisation <a href="http://www.transitionnetwork.org" rel="nofollow">http://www.transitionnetwork.org</a> hält fest, dass diese Kriterien nicht in Stein gemeisselt sind; sie können also von Fall zu Fall variieren und werden sicher auch weiter entwickelt werden. </p>
<p>(Quelle: <a href="http://energiewende.wordpress.com/grundlagen-kompakt/" rel="nofollow">http://energiewende.wordpress.com/grundlagen-kompakt/</a>)</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Transition / Wandel von Willi Krafft</title>
		<link>http://de.lovos.org/energiewende-transition-towns/#comment-40</link>
		<dc:creator><![CDATA[Willi Krafft]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Feb 2011 19:37:26 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://einfachesleben.wordpress.com/?page_id=9#comment-40</guid>
		<description><![CDATA[Die zwölf wesentlichen Schritte auf dem Weg zur Transition Town


1. Bildung eines provisorischen Vorstands mit automatischer Rücktrittsregelung

Zunächst wird ein Kernteam gebildet, das während der Anfangsphase des Projekts als dessen treibende Kraft fungiert. Wir empfehlen, dass ihr den provisorischen Vorstand mit der Zielvorgabe gründet, die Initiative durch die Phasen 2 bis 5 zu bringen, aber von Anfang an vereinbart, dass die Mitglieder zurücktreten, wenn sich mindestens vier Untergruppen (siehe Schritt 5) gebildet haben. Dann sollte der Vorstand durch Vertreter aus diesen Untergruppen neu besetzt werden. Dazu ist ein gewisser Grad an persönlicher Bescheidenheit und Zurückhaltung erforderlich, aber es ist enorm wichtig, damit der letztendliche Erfolg der Initiative nicht von Einzelpersonen abhängt. Am Ende sollte der Vorstand mit jeweils einem Vertreter jeder Untergruppe besetzt sein.


2. Bewusstseinsbildung

In dieser Phase müsst ihr herausfinden, wer eure Hauptverbündeten sind, damit beginnen, ein Netz wichtiger Beziehungen zu knüpfen, und die Allgemeinheit auf den Start eurer Energiewendeinitiative vorbereiten.

Um einen sinnvollen Energiewende-Aktionsplan aufstellen zu können, müssen die Mitwirkenden die potenziellen Auswirkungen sowohl des Ölfördermaximums als auch des Klimawandels verstehen – Ersteres erfordert eine Stärkung der lokalen Autonomie und Widerstandsfähigkeit, Letzteres die Verringerung unseres Kohlenstoff-Fußabdrucks.

Öffentliche Vorführungen wichtiger Filme („Eine unbequeme Wahrheit“, „Der Ölcrash“) zusammen mit einer nachfolgenden Podiumsdiskussion, bei der „Experten“ Fragen beantworten, sind sehr effektiv.

Vorträge von Experten zu den Themen „Klimawandel“, „Ölfördermaximum“ und „lokale Lösungen“ können eine beflügelnde Wirkung haben. Artikel in der örtlichen Presse, Interviews im Lokalradio, Vorträge für bestehende Gruppen, Vereine oder Schulklassen sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Gesamtpakets „Bewusstseinsbildung“.


3. Grundlagenarbeit

In dieser Phase geht es darum, die Beziehungen zu vorhandenen Organisationen und Aktivisten zu verstärken, um ihnen klarzumachen, dass die Energiewendeinitiative ihre bisherigen und zukünftigen Anstrengungen mit einbeziehen möchte, um zu einer neuen Sichtweise unserer Zukunft zu gelangen. Zollt ihrer Arbeit die angemessene Anerkennung und zeigt ihnen, dass sie eine wichtige Rolle zu spielen haben.

Erläutert ihnen auf prägnante und klar verständliche Weise das Ölfördermaximum, seine Bedeutung, seine Beziehung zum Klimawandel, welche Folgen sich daraus für euer Gemeinwesen ergeben und was die wesentlichen Herausforderungen sind. Orientiert euch dabei an der Fragestellung, wie eine Energiewendeinitiative als Katalysator dienen kann, um die Allgemeinheit dazu zu bringen, nach Lösungen zu suchen und über Selbsthilfestrategien auf lokaler Ebene nachzudenken.


4. Der große offizielle Startschuss

Die in dieser Phase durchgeführte Veranstaltung ist ein wichtiger und denkwürdiger Meilenstein, mit dem das Erwachsenwerden des Projekts markiert wird. Sie ist der endgültige Schritt in die Öffentlichkeit, mit dem neuer Schwung für die Bewältigung der weiteren anstehenden Aufgaben gesammelt und die Entschlossenheit der Gemeinschaft zum Handeln gefeiert wird.

Was die zeitliche Planung angeht, denken wir, dass 6 Monate bis ein Jahr nach der ersten Filmvorführung in der Phase der Bewusstseinbildung in etwa der richtige Zeitpunkt sein müsste.

Die offizielle Startveranstaltung von Transition Town Totnes wurde im September 2006 nach ungefähr 10 Monaten voller Gespräche, Filmvorführungen und Veranstaltungen abgehalten.

Was den Inhalt der Veranstaltung angeht, sollte der Schwerpunkt weiter auf der möglichst schnellen Aufklärung über das Ölfördermaximum und den Klimawandel liegen, aber im Zeichen eines Aufbruchs zu neuen Ufern, nicht durchwirkt von Weltuntergangsstimmung.

Ein inhaltlicher Bestandteil, der unserer Erfahrung nach wirklich gut funktioniert, ist ein Vortrag über die praktischen und psychologischen Hemmnisse bei der Änderung persönlicher Verhaltensweisen, denn genau darum geht es ja letztlich beim einzelnen Menschen.

Die Veranstaltung muss nicht auf Diskussionen und Vorträge beschränkt sein, genauso dazugehören können Musik, Essen, Tanz, Lesungen oder was auch immer euren Willen zum Aufbruch in dieses gemeinsame Abenteuer am besten widerspiegelt.


5. Bildung von Untergruppen

Ein nicht unwesentlicher Teil der Ausarbeitung eines Energiewende-Aktionsplans besteht darin, die kreativen Kräfte eures Gemeinwesen so weit auszuschöpfen wie möglich. Dafür ist es von entscheidender Wichtigkeit, eine Anzahl kleinerer Gruppen zu bilden, die sich auf spezielle Aspekte des Prozesses konzentrieren. Jede dieser Gruppen wird ihre eigenen Methoden und Arbeitsschwerpunkte entwickeln, ohne dabei den Rahmen des Gesamtprojekts zu verlassen.

Idealerweise sollte es Untergruppen für alle Aspekte geben, die einen Einfluss auf die Erhaltung und das Gedeihen eures Gemeinwesens haben. Dazu zählen: Ernährung, Abfall, Energie, Bildung, Jugend, Wirtschaft, Transport, Wasserversorgung, Kommunalverwaltung.

Jede der Untergruppen untersucht ihr Arbeitsgebiet auf die besten Methoden, eine Stärkung der lokalen Autonomie und Widerstandsfähigkeit sowie Verringerung des Kohlenstoff-Fußabdrucks zu erreichen. Die erarbeiteten Lösungen bilden das Rückgrat des Energiewende-Aktionsplans.


6. Einsatz der Open-Space-Technik

Wir haben die Erfahrung gemacht, das die Open-Space-Technik eine sehr effiziente Möglichkeit bietet, die allgemeinen Versammlungen einer Energiewendeinitiative zu organisieren.

Theoretisch dürften diese Versammlungen eigentlich gar nicht funktionieren. Eine große Zahl von Menschen trifft sich, um ein bestimmtes Thema oder Problem zu besprechen, und es gibt weder Tagesordnung, noch Zeitplan, noch offensichtliche Versammlungsleiter, noch Redezeitbeschränkungen.

Trotzdem ist es ist uns gelungen, Open-Space-Veranstaltungen zu den Themen Ernährung, Energie, Wohnungswesen und Psychologie des Wandels abzuhalten. Am Ende jeder Versammlung hatten alle ihre jeweiligen Anliegen vorgebracht, es war ein umfangreiches Protokoll entstanden und bereits in lesbare Form gebracht, man hatte viele Beziehungen geknüpft, und es waren jede Menge Ideen angesprochen und Zukunftsvorstellungen entwickelt worden.

Grundlegende Informationen zu Open Space findet ihr in „Open Space Technology – Ein Leitfaden für die Praxis“ (Klett-Cotta 2001). Eine größere Bandbreite ähnlicher Konferenztechniken wird im „Change Handbook – Zukunftsorientierte Großgruppen-Interventionen“ von Peggy Holman und Tom Devane (Carl-Auer-Systeme 2002) vorgestellt.


7. Zweckmäßige und öffentlichkeitswirksame Manifestierungen des Projekts

Euer Projekt darf auf keinen Fall in irgendeiner Form den Eindruck erwecken, es handele sich nur um einen Gesprächsclub, in dem Leute herumsitzen und Wunschzettelchen schreiben. Schon in einem frühen Stadium der Projektentwicklung braucht ihr deswegen zweckmäßige und öffentlichkeitswirksame Manifestierungen des Projekts in eurem Gemeinwesen. Dadurch wird ein signifikant besserer Eindruck des Projekts auf die Allgemeinheit und eine höhere Bereitschaft zur Mitarbeit erreicht.

Während der frühen Phasen muss man hier möglichst umsichtig vorgehen. Einerseits müsst ihr der Welt zeigen, dass ihr Fortschritte macht, dabei aber Projekte vermeiden, die im späteren Energiewende-Aktionsplan keinen Platz mehr haben werden. Bei Transition Town Totnes wurde zum Beispiel von der Gruppe „Ernährung“ ein Projekt unter dem Namen „Totnes – Nusshauptstadt Großbritanniens“ gestartet, bei dem es darum geht, in Totnes so viele Bäume und Sträucher mit essbaren Nussfrüchten anzupflanzen wie möglich. Unter Mithilfe des örtlichen Bürgermeisters haben wir unlängst mehrere Bäume im Stadtzentrum gepflanzt und dabei eine Riesen-Öffentlichkeitswirkung erzielt (siehe hier).


8. Großes Schulungsprogramm für alte Kulturtechniken

Wenn wir dem Ölfördermaximum und dem Klimawandel adäquat begegnen wollen, indem wir unseren Energieverbrauch senken und regionale Wirtschafts- und Lebensweisen stärken, benötigen wir viele Fähigkeiten, die unsere Großeltern noch ganz selbstverständlich beherrschten. Einer der nützlichsten Bestandteile einer Energiewendeinitiative besteht in der Umkehr des „Großen Verlernens“ der letzten vierzig Jahre, indem Schulungen für eine Reihe dieser Fähigkeiten angeboten werden.

Nachforschungen unter den älteren Mitbewohnern in euren Gemeinden sind sehr aufschlussreich – ihre Lebenserfahrung reicht in die Zeit vor der Wegwerfgesellschaft zurück, und sie wissen genau, wie eine Gesellschaft aussieht, die weniger Energie zur Verfügung hat. Mögliche Themen für die Schulungen sind: Reparaturarbeiten, Kochen, Fahrradwartung, Naturbau, Dachstuhlisolierung, Färben, Kräuterkunde, Gartenbau, Energiesparen im Haushalt, Backen mit Sauerteig, Gemüseanbau (die Liste ist mehr oder weniger unendlich).

Euer großes Schulungsprogramm für alte Kulturtechniken gibt den Teilnehmern Mittel an die Hand, mit deren Hilfe sie Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten gewinnen können, um praktische Ziele zu erreichen und gemeinsam mit anderen Probleme zu lösen. Sie werden auch die Erfahrung begrüßen, dass Lernen wirklich Spaß machen kann.


9. Aufbau eines guten Drahts zur örtlichen Verwaltung

Wie hoch auch immer die Wellen sind, die eure Energiewendeinitiative anfänglich schlägt, wie viele praktische Projekte ihr auch in Gang bringt und wie toll auch immer euer Energiewende-Aktionsplan am Ende aussehen wird – solange ihr keine produktive Beziehung zur örtlichen Verwaltung aufgebaut habt, wird das alles keine allzu großen Auswirkungen haben. Ob es nun um Planungsfragen, Hilfe bei der Finanzierung oder das Anknüpfen wichtiger Kontakte geht, die Verwaltung muss mit an Bord sein. Entgegen euren Erwartungen könntet Ihr sogar die Erfahrung machen, dass ihr dabei offene Türen einrennt.

Wir untersuchen gerade, ob wir den Energiewende-Aktionsplan für Totnes nicht so formulieren können, dass er ein ähnliches Format aufweist wie der aktuelle Stadtentwicklungsplan. Vielleicht sitzen eines Tages die Beauftragten für die Gemeindeplanung an einem Tisch und haben zwei Dokumente vor sich: einen herkömmlichen Gemeinde- oder Stadtentwicklungsplan und einen hervorragend ausgearbeiteten und präsentierten Energiewende-Aktionsplan. Stellt euch vor, es ist 2010, und der saudische Ölminister verkündet überraschend, dass die Ölförderquote seines Landes von nun an nur noch absinken wird und das weltweite Ölfördermaximum dadurch bereits eingetreten ist. Die Planer schauen von einem Dokument zum anderen und entscheiden schließlich, dass nur der Energiewende-Aktionsplan die Antworten enthält, die für eine Bewältigung der zukünftigen Herausforderung geeignet sind. Und je mehr man sich mit diesem Plan beschäftigt, desto größer wird der Drang, dass offizielle Dokument in den Papierkorb zu schieben (man kann ja mal träumen!).


10. Ehre den Alten

Für diejenigen von uns, die in den 1960ern geboren wurden, als die vom billigen Öl befeuerte Megaparty bereits im vollem Gange war, ist es sehr schwer, sich ein Leben mit weniger Öl vorzustellen. Jedes Jahr unseres Lebens (mit Ausnahme der Ölkrisen in den 70ern) zeichnete sich dadurch aus, dass mehr Energie verbraucht wurde als im vorangegangenen Jahr.

Um uns eine Gesellschaft mit niedrigerem Energieverbrauch überhaupt vorzustellen zu können, müssen wir solche Menschen in die Bewegung integrieren, die sich an den Übergang zum Zeitalter des billigen Öls noch persönlich erinnern können, insbesondere an die Jahrzehnte von 1930 bis 1960.

Ihr dürft zwar auf keinen Fall in welcher Form auch immer den Eindruck erwecken, ihr würdet für ein „Zurück“ zu irgendwelchen früheren Zeiten eintreten, aber man kann trotzdem viel daraus lernen, wie die Dinge früher gemacht wurden, welche unsichtbaren Bande die Gesellschaft zusammenhielten und wie der Alltag aussah. Eine Beschäftigung mit diesen Fragen kann euch jede Menge Aha-Effekte verschaffen, und ihr werdet eine sehr viel stärkere Beziehung zu dem Ort finden, für den ihr die Energiewendeprojekte entwickelt.


11. Lasst den Dingen ihren Lauf …

Ihr habt zwar wahrscheinlich am Anfang eurer Energiewendeinitiative eine klare Vorstellung davon, wohin der Zug gehen soll, aber irgendwann wird er von selbst seine Richtung ändern. Wenn ihr versucht, an dieser ursprünglichen Vorstellung festzuhalten, verschwendet ihr nur euere Energie und bremst den Zug letztendlich wieder. Eure Rolle besteht nicht darin, auf alle Fragen die richtige Antwort zu wissen, sondern als Katalysator für die Gemeinde zu dienen, damit diese ihre eigenen Vorstellungen über die Energiewende entwickeln kann.

Konzentriert euch auf die Schlüsselkriterien der Planung – die Stärkung der lokalen Autonomie und Widerstandsfähigkeit sowie die Verringerung des Kohlenstoff-Fußabdrucks – und schaut weiterhin einfach zu, wie die kreativen Kräfte eures Gemeinwesens eine Lösung entwickeln, die ebenso umsetzbar wie zweckmäßig und hochinnovativ ist.


12. Aufstellung eines Energiewende-Aktionsplans

Jede Untergruppe sollte am Ende des Prozesses praktische Maßnahmen entwickelt haben, die zur Stärkung der lokalen Autonomie und Widerstandsfähigkeit sowie der Verringerung des Kohlenstoff-Fußabdrucks führen.

All diese Maßnahmen bilden zusammen den Energiewende-Aktionsplan. In diesem Dokument manifestieren sich die kreativen Kräfte eures Gemeinwesens, um dessen Zukunft angesichts der Bedrohungen durch Ölfördermaximum und Klimawandel zu gestalten.

Bis jetzt haben wir in Totnes viele praktische Aktionen durchgeführt. Alles in allem ist das aber nur ein kleiner Bruchteil der umfassenden Pläne und Initiativen, die zurzeit innerhalb unserer Gemeinde ausgearbeitet werden.

Was den zeitlichen Rahmen von Energiewende-Aktionsplanen angeht, zitieren wir hier aus einer Präsentation, die in Glastonbury anlässlich des Gründungstreffens der dortigen Energiewendeinitiative im April 2007 abgehalten wurde:

„Ihr fragt euch vielleicht, welchen zeitlichen Rahmen ein Energiewende-Aktionsplan abdeckt. Da gibt es keine wirklichen Richtlinien – jedes Gemeinwesen muss den Zeitrahmen wählen, der für die jeweiligen Umstände geeignet ist. Kinsale hat sich für 15 Jahre entschieden, Lewes für 20.

Wenn ihr unbedingt genauere Zeitangaben und Daten haben wollt, habe ich darauf folgende Antwort:

Wenn ich mir ansehe, wie viel Energie bereits darin investiert wurde, das heutige Treffen zu organisieren, und dass jeder von uns seinen Samstag geopfert hat und wegen dieser drängenden Fragen hierher gekommen ist, wenn ich an all die tollen Aktionen denke, die von den bestehenden Gruppen bereits gemacht wurden und die hoffentlich durch eine umfassendere Energiewendeinitiative integriert und neubelebt werden, dann muss ich sagen, dass die Umsetzung des Plans bereits begonnen hat.

Und wenn ich mir ansehe, was wir noch alles tun müssen, um Gemeinwesen zu schaffen, von denen wir annehmen können, dass unsere Enkel und deren Enkel gut in ihnen aufwachsen werden, dann wird diese Umsetzung nicht aufhören, so lange wir leben …“


(Quelle: http://energiewende.wordpress.com/grundlagen-kompakt/)]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die zwölf wesentlichen Schritte auf dem Weg zur Transition Town</p>
<p>1. Bildung eines provisorischen Vorstands mit automatischer Rücktrittsregelung</p>
<p>Zunächst wird ein Kernteam gebildet, das während der Anfangsphase des Projekts als dessen treibende Kraft fungiert. Wir empfehlen, dass ihr den provisorischen Vorstand mit der Zielvorgabe gründet, die Initiative durch die Phasen 2 bis 5 zu bringen, aber von Anfang an vereinbart, dass die Mitglieder zurücktreten, wenn sich mindestens vier Untergruppen (siehe Schritt 5) gebildet haben. Dann sollte der Vorstand durch Vertreter aus diesen Untergruppen neu besetzt werden. Dazu ist ein gewisser Grad an persönlicher Bescheidenheit und Zurückhaltung erforderlich, aber es ist enorm wichtig, damit der letztendliche Erfolg der Initiative nicht von Einzelpersonen abhängt. Am Ende sollte der Vorstand mit jeweils einem Vertreter jeder Untergruppe besetzt sein.</p>
<p>2. Bewusstseinsbildung</p>
<p>In dieser Phase müsst ihr herausfinden, wer eure Hauptverbündeten sind, damit beginnen, ein Netz wichtiger Beziehungen zu knüpfen, und die Allgemeinheit auf den Start eurer Energiewendeinitiative vorbereiten.</p>
<p>Um einen sinnvollen Energiewende-Aktionsplan aufstellen zu können, müssen die Mitwirkenden die potenziellen Auswirkungen sowohl des Ölfördermaximums als auch des Klimawandels verstehen – Ersteres erfordert eine Stärkung der lokalen Autonomie und Widerstandsfähigkeit, Letzteres die Verringerung unseres Kohlenstoff-Fußabdrucks.</p>
<p>Öffentliche Vorführungen wichtiger Filme („Eine unbequeme Wahrheit“, „Der Ölcrash“) zusammen mit einer nachfolgenden Podiumsdiskussion, bei der „Experten“ Fragen beantworten, sind sehr effektiv.</p>
<p>Vorträge von Experten zu den Themen „Klimawandel“, „Ölfördermaximum“ und „lokale Lösungen“ können eine beflügelnde Wirkung haben. Artikel in der örtlichen Presse, Interviews im Lokalradio, Vorträge für bestehende Gruppen, Vereine oder Schulklassen sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Gesamtpakets „Bewusstseinsbildung“.</p>
<p>3. Grundlagenarbeit</p>
<p>In dieser Phase geht es darum, die Beziehungen zu vorhandenen Organisationen und Aktivisten zu verstärken, um ihnen klarzumachen, dass die Energiewendeinitiative ihre bisherigen und zukünftigen Anstrengungen mit einbeziehen möchte, um zu einer neuen Sichtweise unserer Zukunft zu gelangen. Zollt ihrer Arbeit die angemessene Anerkennung und zeigt ihnen, dass sie eine wichtige Rolle zu spielen haben.</p>
<p>Erläutert ihnen auf prägnante und klar verständliche Weise das Ölfördermaximum, seine Bedeutung, seine Beziehung zum Klimawandel, welche Folgen sich daraus für euer Gemeinwesen ergeben und was die wesentlichen Herausforderungen sind. Orientiert euch dabei an der Fragestellung, wie eine Energiewendeinitiative als Katalysator dienen kann, um die Allgemeinheit dazu zu bringen, nach Lösungen zu suchen und über Selbsthilfestrategien auf lokaler Ebene nachzudenken.</p>
<p>4. Der große offizielle Startschuss</p>
<p>Die in dieser Phase durchgeführte Veranstaltung ist ein wichtiger und denkwürdiger Meilenstein, mit dem das Erwachsenwerden des Projekts markiert wird. Sie ist der endgültige Schritt in die Öffentlichkeit, mit dem neuer Schwung für die Bewältigung der weiteren anstehenden Aufgaben gesammelt und die Entschlossenheit der Gemeinschaft zum Handeln gefeiert wird.</p>
<p>Was die zeitliche Planung angeht, denken wir, dass 6 Monate bis ein Jahr nach der ersten Filmvorführung in der Phase der Bewusstseinbildung in etwa der richtige Zeitpunkt sein müsste.</p>
<p>Die offizielle Startveranstaltung von Transition Town Totnes wurde im September 2006 nach ungefähr 10 Monaten voller Gespräche, Filmvorführungen und Veranstaltungen abgehalten.</p>
<p>Was den Inhalt der Veranstaltung angeht, sollte der Schwerpunkt weiter auf der möglichst schnellen Aufklärung über das Ölfördermaximum und den Klimawandel liegen, aber im Zeichen eines Aufbruchs zu neuen Ufern, nicht durchwirkt von Weltuntergangsstimmung.</p>
<p>Ein inhaltlicher Bestandteil, der unserer Erfahrung nach wirklich gut funktioniert, ist ein Vortrag über die praktischen und psychologischen Hemmnisse bei der Änderung persönlicher Verhaltensweisen, denn genau darum geht es ja letztlich beim einzelnen Menschen.</p>
<p>Die Veranstaltung muss nicht auf Diskussionen und Vorträge beschränkt sein, genauso dazugehören können Musik, Essen, Tanz, Lesungen oder was auch immer euren Willen zum Aufbruch in dieses gemeinsame Abenteuer am besten widerspiegelt.</p>
<p>5. Bildung von Untergruppen</p>
<p>Ein nicht unwesentlicher Teil der Ausarbeitung eines Energiewende-Aktionsplans besteht darin, die kreativen Kräfte eures Gemeinwesen so weit auszuschöpfen wie möglich. Dafür ist es von entscheidender Wichtigkeit, eine Anzahl kleinerer Gruppen zu bilden, die sich auf spezielle Aspekte des Prozesses konzentrieren. Jede dieser Gruppen wird ihre eigenen Methoden und Arbeitsschwerpunkte entwickeln, ohne dabei den Rahmen des Gesamtprojekts zu verlassen.</p>
<p>Idealerweise sollte es Untergruppen für alle Aspekte geben, die einen Einfluss auf die Erhaltung und das Gedeihen eures Gemeinwesens haben. Dazu zählen: Ernährung, Abfall, Energie, Bildung, Jugend, Wirtschaft, Transport, Wasserversorgung, Kommunalverwaltung.</p>
<p>Jede der Untergruppen untersucht ihr Arbeitsgebiet auf die besten Methoden, eine Stärkung der lokalen Autonomie und Widerstandsfähigkeit sowie Verringerung des Kohlenstoff-Fußabdrucks zu erreichen. Die erarbeiteten Lösungen bilden das Rückgrat des Energiewende-Aktionsplans.</p>
<p>6. Einsatz der Open-Space-Technik</p>
<p>Wir haben die Erfahrung gemacht, das die Open-Space-Technik eine sehr effiziente Möglichkeit bietet, die allgemeinen Versammlungen einer Energiewendeinitiative zu organisieren.</p>
<p>Theoretisch dürften diese Versammlungen eigentlich gar nicht funktionieren. Eine große Zahl von Menschen trifft sich, um ein bestimmtes Thema oder Problem zu besprechen, und es gibt weder Tagesordnung, noch Zeitplan, noch offensichtliche Versammlungsleiter, noch Redezeitbeschränkungen.</p>
<p>Trotzdem ist es ist uns gelungen, Open-Space-Veranstaltungen zu den Themen Ernährung, Energie, Wohnungswesen und Psychologie des Wandels abzuhalten. Am Ende jeder Versammlung hatten alle ihre jeweiligen Anliegen vorgebracht, es war ein umfangreiches Protokoll entstanden und bereits in lesbare Form gebracht, man hatte viele Beziehungen geknüpft, und es waren jede Menge Ideen angesprochen und Zukunftsvorstellungen entwickelt worden.</p>
<p>Grundlegende Informationen zu Open Space findet ihr in „Open Space Technology – Ein Leitfaden für die Praxis“ (Klett-Cotta 2001). Eine größere Bandbreite ähnlicher Konferenztechniken wird im „Change Handbook – Zukunftsorientierte Großgruppen-Interventionen“ von Peggy Holman und Tom Devane (Carl-Auer-Systeme 2002) vorgestellt.</p>
<p>7. Zweckmäßige und öffentlichkeitswirksame Manifestierungen des Projekts</p>
<p>Euer Projekt darf auf keinen Fall in irgendeiner Form den Eindruck erwecken, es handele sich nur um einen Gesprächsclub, in dem Leute herumsitzen und Wunschzettelchen schreiben. Schon in einem frühen Stadium der Projektentwicklung braucht ihr deswegen zweckmäßige und öffentlichkeitswirksame Manifestierungen des Projekts in eurem Gemeinwesen. Dadurch wird ein signifikant besserer Eindruck des Projekts auf die Allgemeinheit und eine höhere Bereitschaft zur Mitarbeit erreicht.</p>
<p>Während der frühen Phasen muss man hier möglichst umsichtig vorgehen. Einerseits müsst ihr der Welt zeigen, dass ihr Fortschritte macht, dabei aber Projekte vermeiden, die im späteren Energiewende-Aktionsplan keinen Platz mehr haben werden. Bei Transition Town Totnes wurde zum Beispiel von der Gruppe „Ernährung“ ein Projekt unter dem Namen „Totnes – Nusshauptstadt Großbritanniens“ gestartet, bei dem es darum geht, in Totnes so viele Bäume und Sträucher mit essbaren Nussfrüchten anzupflanzen wie möglich. Unter Mithilfe des örtlichen Bürgermeisters haben wir unlängst mehrere Bäume im Stadtzentrum gepflanzt und dabei eine Riesen-Öffentlichkeitswirkung erzielt (siehe hier).</p>
<p>8. Großes Schulungsprogramm für alte Kulturtechniken</p>
<p>Wenn wir dem Ölfördermaximum und dem Klimawandel adäquat begegnen wollen, indem wir unseren Energieverbrauch senken und regionale Wirtschafts- und Lebensweisen stärken, benötigen wir viele Fähigkeiten, die unsere Großeltern noch ganz selbstverständlich beherrschten. Einer der nützlichsten Bestandteile einer Energiewendeinitiative besteht in der Umkehr des „Großen Verlernens“ der letzten vierzig Jahre, indem Schulungen für eine Reihe dieser Fähigkeiten angeboten werden.</p>
<p>Nachforschungen unter den älteren Mitbewohnern in euren Gemeinden sind sehr aufschlussreich – ihre Lebenserfahrung reicht in die Zeit vor der Wegwerfgesellschaft zurück, und sie wissen genau, wie eine Gesellschaft aussieht, die weniger Energie zur Verfügung hat. Mögliche Themen für die Schulungen sind: Reparaturarbeiten, Kochen, Fahrradwartung, Naturbau, Dachstuhlisolierung, Färben, Kräuterkunde, Gartenbau, Energiesparen im Haushalt, Backen mit Sauerteig, Gemüseanbau (die Liste ist mehr oder weniger unendlich).</p>
<p>Euer großes Schulungsprogramm für alte Kulturtechniken gibt den Teilnehmern Mittel an die Hand, mit deren Hilfe sie Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten gewinnen können, um praktische Ziele zu erreichen und gemeinsam mit anderen Probleme zu lösen. Sie werden auch die Erfahrung begrüßen, dass Lernen wirklich Spaß machen kann.</p>
<p>9. Aufbau eines guten Drahts zur örtlichen Verwaltung</p>
<p>Wie hoch auch immer die Wellen sind, die eure Energiewendeinitiative anfänglich schlägt, wie viele praktische Projekte ihr auch in Gang bringt und wie toll auch immer euer Energiewende-Aktionsplan am Ende aussehen wird – solange ihr keine produktive Beziehung zur örtlichen Verwaltung aufgebaut habt, wird das alles keine allzu großen Auswirkungen haben. Ob es nun um Planungsfragen, Hilfe bei der Finanzierung oder das Anknüpfen wichtiger Kontakte geht, die Verwaltung muss mit an Bord sein. Entgegen euren Erwartungen könntet Ihr sogar die Erfahrung machen, dass ihr dabei offene Türen einrennt.</p>
<p>Wir untersuchen gerade, ob wir den Energiewende-Aktionsplan für Totnes nicht so formulieren können, dass er ein ähnliches Format aufweist wie der aktuelle Stadtentwicklungsplan. Vielleicht sitzen eines Tages die Beauftragten für die Gemeindeplanung an einem Tisch und haben zwei Dokumente vor sich: einen herkömmlichen Gemeinde- oder Stadtentwicklungsplan und einen hervorragend ausgearbeiteten und präsentierten Energiewende-Aktionsplan. Stellt euch vor, es ist 2010, und der saudische Ölminister verkündet überraschend, dass die Ölförderquote seines Landes von nun an nur noch absinken wird und das weltweite Ölfördermaximum dadurch bereits eingetreten ist. Die Planer schauen von einem Dokument zum anderen und entscheiden schließlich, dass nur der Energiewende-Aktionsplan die Antworten enthält, die für eine Bewältigung der zukünftigen Herausforderung geeignet sind. Und je mehr man sich mit diesem Plan beschäftigt, desto größer wird der Drang, dass offizielle Dokument in den Papierkorb zu schieben (man kann ja mal träumen!).</p>
<p>10. Ehre den Alten</p>
<p>Für diejenigen von uns, die in den 1960ern geboren wurden, als die vom billigen Öl befeuerte Megaparty bereits im vollem Gange war, ist es sehr schwer, sich ein Leben mit weniger Öl vorzustellen. Jedes Jahr unseres Lebens (mit Ausnahme der Ölkrisen in den 70ern) zeichnete sich dadurch aus, dass mehr Energie verbraucht wurde als im vorangegangenen Jahr.</p>
<p>Um uns eine Gesellschaft mit niedrigerem Energieverbrauch überhaupt vorzustellen zu können, müssen wir solche Menschen in die Bewegung integrieren, die sich an den Übergang zum Zeitalter des billigen Öls noch persönlich erinnern können, insbesondere an die Jahrzehnte von 1930 bis 1960.</p>
<p>Ihr dürft zwar auf keinen Fall in welcher Form auch immer den Eindruck erwecken, ihr würdet für ein „Zurück“ zu irgendwelchen früheren Zeiten eintreten, aber man kann trotzdem viel daraus lernen, wie die Dinge früher gemacht wurden, welche unsichtbaren Bande die Gesellschaft zusammenhielten und wie der Alltag aussah. Eine Beschäftigung mit diesen Fragen kann euch jede Menge Aha-Effekte verschaffen, und ihr werdet eine sehr viel stärkere Beziehung zu dem Ort finden, für den ihr die Energiewendeprojekte entwickelt.</p>
<p>11. Lasst den Dingen ihren Lauf …</p>
<p>Ihr habt zwar wahrscheinlich am Anfang eurer Energiewendeinitiative eine klare Vorstellung davon, wohin der Zug gehen soll, aber irgendwann wird er von selbst seine Richtung ändern. Wenn ihr versucht, an dieser ursprünglichen Vorstellung festzuhalten, verschwendet ihr nur euere Energie und bremst den Zug letztendlich wieder. Eure Rolle besteht nicht darin, auf alle Fragen die richtige Antwort zu wissen, sondern als Katalysator für die Gemeinde zu dienen, damit diese ihre eigenen Vorstellungen über die Energiewende entwickeln kann.</p>
<p>Konzentriert euch auf die Schlüsselkriterien der Planung – die Stärkung der lokalen Autonomie und Widerstandsfähigkeit sowie die Verringerung des Kohlenstoff-Fußabdrucks – und schaut weiterhin einfach zu, wie die kreativen Kräfte eures Gemeinwesens eine Lösung entwickeln, die ebenso umsetzbar wie zweckmäßig und hochinnovativ ist.</p>
<p>12. Aufstellung eines Energiewende-Aktionsplans</p>
<p>Jede Untergruppe sollte am Ende des Prozesses praktische Maßnahmen entwickelt haben, die zur Stärkung der lokalen Autonomie und Widerstandsfähigkeit sowie der Verringerung des Kohlenstoff-Fußabdrucks führen.</p>
<p>All diese Maßnahmen bilden zusammen den Energiewende-Aktionsplan. In diesem Dokument manifestieren sich die kreativen Kräfte eures Gemeinwesens, um dessen Zukunft angesichts der Bedrohungen durch Ölfördermaximum und Klimawandel zu gestalten.</p>
<p>Bis jetzt haben wir in Totnes viele praktische Aktionen durchgeführt. Alles in allem ist das aber nur ein kleiner Bruchteil der umfassenden Pläne und Initiativen, die zurzeit innerhalb unserer Gemeinde ausgearbeitet werden.</p>
<p>Was den zeitlichen Rahmen von Energiewende-Aktionsplanen angeht, zitieren wir hier aus einer Präsentation, die in Glastonbury anlässlich des Gründungstreffens der dortigen Energiewendeinitiative im April 2007 abgehalten wurde:</p>
<p>„Ihr fragt euch vielleicht, welchen zeitlichen Rahmen ein Energiewende-Aktionsplan abdeckt. Da gibt es keine wirklichen Richtlinien – jedes Gemeinwesen muss den Zeitrahmen wählen, der für die jeweiligen Umstände geeignet ist. Kinsale hat sich für 15 Jahre entschieden, Lewes für 20.</p>
<p>Wenn ihr unbedingt genauere Zeitangaben und Daten haben wollt, habe ich darauf folgende Antwort:</p>
<p>Wenn ich mir ansehe, wie viel Energie bereits darin investiert wurde, das heutige Treffen zu organisieren, und dass jeder von uns seinen Samstag geopfert hat und wegen dieser drängenden Fragen hierher gekommen ist, wenn ich an all die tollen Aktionen denke, die von den bestehenden Gruppen bereits gemacht wurden und die hoffentlich durch eine umfassendere Energiewendeinitiative integriert und neubelebt werden, dann muss ich sagen, dass die Umsetzung des Plans bereits begonnen hat.</p>
<p>Und wenn ich mir ansehe, was wir noch alles tun müssen, um Gemeinwesen zu schaffen, von denen wir annehmen können, dass unsere Enkel und deren Enkel gut in ihnen aufwachsen werden, dann wird diese Umsetzung nicht aufhören, so lange wir leben …“</p>
<p>(Quelle: <a href="http://energiewende.wordpress.com/grundlagen-kompakt/" rel="nofollow">http://energiewende.wordpress.com/grundlagen-kompakt/</a>)</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Transition / Wandel von Willi Krafft</title>
		<link>http://de.lovos.org/energiewende-transition-towns/#comment-39</link>
		<dc:creator><![CDATA[Willi Krafft]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Feb 2011 19:27:09 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://einfachesleben.wordpress.com/?page_id=9#comment-39</guid>
		<description><![CDATA[Die sieben Hindernisse auf dem Weg zur Transition-Initiative

Eine der ersten Aufgaben beim Start einer Transition-Initiative besteht sowohl für den Einzelnen als auch für das Team darin, die – realen oder eingebildeten – Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die einem Aufbruch zu neuen Ufern im Wege stehen. Wir nennen das „Die sieben Vorbehalte“.

VORBEHALT Nr. 1: Wir haben doch kein Geld …
Das ist nun wirklich kein Argument. Geldmittel sind nur ein sehr schwacher Ersatz für den Enthusiasmus und Gemeinschaftsgeist, der euch durch die ersten Stadien einer Energiewendeinitiative tragen wird. Werden Spenden gesammelt, könnten die Spender außerdem nach einem gewissen Grad an Mitbestimmung verlangen und die Initiative in eine Richtung bringen, die dem Interesse der Allgemeinheit zuwider läuft.

Wir zeigen euch, wie ihr im Verlauf eurer Aktivitäten geeignete Mittel erwirtschaften könnt. Wir reden hier nicht von Riesensummen, und eure Energiewendeinitiative wird kaum an der Börse notiert werden, aber wie der bekannte australische Ökodorf-Planer Max Lindegger vor Jahren einmal sagte, „wenn ein Projekt keinen Profit erwirtschaftet, erwirtschaftet es einen Verlust“.

„Transition Town Totnes“ wurde im 2005 ohne jede Geldmittel gegründet und finanziert sich seitdem vollständig von allein. Die Eintrittsgelder der von uns organisierten Podiumsgespräche und Filmvorführungen werden dazu verwendet, Gratis-Veranstaltungen wie die Open-Space-Debatten zu subventionieren. Ihr werdet an einen Punkt gelangen, wo für spezielle Projekte eine Finanzierung nötig wird, aber bis dahin kommt ihr schon irgendwie zurecht. Ihr müsst in dieser Hinsicht das Heft in der Hand behalten und euch von fehlenden Mitteln nicht abhalten lassen.
 

VORBEHALT Nr. 2: Die da oben lassen uns doch sowieso nicht …
Unter grün bewegten Aktivisten ist vielfach die Angst verbreitet, dass jede Initiative, sobald sie tatsächlich Erfolge zeitigt, von gesichtslosen Bürokraten und Wirtschaftsbossen angegriffen und abgewürgt wird. Wenn diese Angst groß genug ist, euch von jeglichem Handeln abzuhalten, wenn ihr jeden eigenen Einfluss verneint und einem imaginären „die da oben“ zuschreibt, lest ihr wahrscheinlich gerade das falsche Dokument. Die Bewegung der Energiewendestädte arbeitet demgegenüber „unterhalb der Radarschwelle“ und ist nicht auf Streit oder Feindschaft aus. Auf diese Weise haben wir es bis jetzt offenbar vermieden, den Zorn bestehender Institutionen auf uns zu ziehen.

Ganz im Gegenteil – das Bewusstsein in Wirtschaftskreisen für Fragen der Nachhaltigkeit und des Klimawandels wird täglich stärker, und ihr werdet euch wundern, wie viele Menschen, die Macht und Einfluss haben, auf eure Initiative mit Begeisterung und Inspiration reagieren und euch eher helfen, als der Energiewende Steine in den Weg zu legen.


VORBEHALT Nr. 3: Bei uns gibt es doch schon die Grünen und andere Umweltgruppen, ich will denen lieber nicht auf die Zehen treten …
Diese Fragen behandeln wir etwas ausführlicher in Schritt 3 der „12 Schritte“, aber im Wesentlichen läuft es darauf hinaus, dass ihr schon sehr viel Pech haben müsstet, damit es zu „Revierkämpfen“ kommt. Eine der Auswirkungen eurer Energiewendeinitiative besteht darin, dass die vorhandenen Gruppen ein gemeinsames, sinnvolles Ziel erhalten, und einige von ihnen werden den neuen Schwung, den ihr ins Spiel bringt, durchweg begrüßen, weil sie vielleicht selbst erste Symptome von Ausgebranntheit zeigen. Die gemeinsame Ausarbeitung eines Plans für die Senkung des Energieverbrauchs mit einem Netzwerk von bestehenden Gruppen wird deren Arbeit um eine wichtige und zielgerichtete Dimension erweitern, anstatt sie überflüssig zu machen oder abzulösen. Ihr solltet eher erwarten, dass einige davon zu euren stärksten Verbündeten werden und einen entscheidenden Faktor für den Erfolg der Energiewendeinitiative werden.


VORBEHALT Nr. 4: Hier bei uns interessiert sich doch sowieso keiner für die Umwelt…
Angesichts der apathischen Konsumgesellschaft um uns herum ist es kaum verwunderlich, dass solche Gedanken bei vielen von uns aufkommen. Bei näherem Hinsehen stellt man allerdings fest, dass gerade Leute, von denen man dies überhaupt nicht erwartet hätte, die eifrigsten Verfechter von wesentlichen Bestandteilen jeder Energiewendinitiative sind: regionale Nahrungsmittelversorgung, regionales Handwerk und regionale Kultur. Der Trick besteht darin, auf diese Menschen zuzugehen, anstatt darauf zu warten, dass sie sich von selbst melden. Sucht nach Verbündeten mit ähnlichen Interessen, und ihr werdet feststellen, dass eure Gemeinde ein wesentlich interessanterer Ort ist, als ihr gedacht hättet.


VORBEHALT Nr. 5: Es ist doch sowieso schon viel zu spät, um noch etwas zu tun …
Vielleicht ist es schon zu spät, höchstwahrscheinlich aber noch nicht. Eure Anstrengungen (und die anderer) sind daher von absolut entscheidender Wichtigkeit.

Steht euch bei eurer Arbeit nicht durch Hoffnungslosigkeit selbst im Weg – wie sagt Vandana Shiva: „Aus der Tatsache, dass wir in unsicheren Zeiten leben, folgt nicht mit Sicherheit, dass es keine Hoffnung gibt“.


VORBEHALT Nr. 6: Ich bin doch für so etwas gar nicht ausgebildet …
Also, wenn ihr das jetzt nicht macht – wer denn sonst? Es ist völlig egal, dass ihr keinen Doktorgrad in Nachhaltigkeit besitzt oder keine jahrelange Erfahrungen in Gartenbau oder Planung habt. Entscheidend ist, dass euch der Zustand eures Wohnorts nicht egal ist, dass ihr die Notwendigkeit zu handeln seht und dass ihr offen für neue Wege des Engagements seid.

Wenn es eine Stellenbeschreibung für Leute gäbe, die sich bei einer Energiewendeinitiative bewerben, könnte sie vielleicht so aussehen:
* Lebensbejahend
* Guter Umgang mit Menschen
* Grundlegende Kenntnisse der örtlichen Verhältnisse, insbesondere auch der örtlich einflussreichen Personen.

Und das ist eigentlich schon alles … Letztendlich plant ihr ja bereits zu Beginn des Prozesses euren eigenen Abgang (siehe Schritt 1), eure Rolle in diesem Stadium ist also die eines Gärtners, der den Boden für den geplanten Garten vorbereitet, und wenn ihr lange genug dabeibleibt, könnt ihr mit ansehen, wie er wächst.


VORBEHALT Nr. 7: Mir fehlt einfach die Energie für all das!
Goethe hat einmal geschrieben: „Das Mögliche soll der Entschluss beherzt sogleich beim Schopfe fassen. Er will es dann nicht fahren lassen und wirket weiter, weil er muss!“ Die Erfahrung hat gezeigt, dass dies auf jeden Fall auf den Start einer Energiewendeinitiative zutrifft. Die Vorstellung, eure Stadt (eure Metropole, euer Dorf, euer Tal oder eure Insel) auf die Ära nach dem Öl vorzubereiten, mag euch den Atem rauben, aber während des Voranschreitens einer Energiewendeinitiative kommt es zu einer Freisetzung von Energie, die unaufhaltsam ist.

Möglichweise seid ihr überwältigt von der Riesenmenge Arbeit und dem hohen Grad an Komplexität, aber ihr werdet immer mehr Unterstützung finden. Tatsächlich haben viele Aktivisten erstaunt berichtet, wie während des ganzen Prozesses offenbar immer die richtigen Leute zur richtigen Zeit auftauchten. Wenn man sich diesem Mut anvertraut, wenn man den Quantensprung von „Warum macht eigentlich niemand etwas?“ zu „Lasst uns etwas machen!“ wagt, dann erwächst daraus eine enorme Energie, die den Prozess weiter vorantreibt.

Nicht selten hat man beim Engagement für die Umwelt das Gefühl, ein kaputtes Auto bergaufwärts zu schieben: eine harte Plackerei, die einem niemand dankt. Eine Energiewendeinitiative ist wie die anschließende Fahrt bergab – das Auto wird schneller und schneller, und man hat Mühe, überhaupt Schritt zu halten. Wenn ihr ihm erst einmal einen Schubs gegeben habt, rollt es wie von den selbst den Berg hinunter. Das soll nicht heißen, dass man nicht manchmal hart arbeiten muss – aber so gut wie immer macht diese Arbeit großen Spaß.

(Quelle: http://energiewende.wordpress.com/grundlagen-kompakt/)]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die sieben Hindernisse auf dem Weg zur Transition-Initiative</p>
<p>Eine der ersten Aufgaben beim Start einer Transition-Initiative besteht sowohl für den Einzelnen als auch für das Team darin, die – realen oder eingebildeten – Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die einem Aufbruch zu neuen Ufern im Wege stehen. Wir nennen das „Die sieben Vorbehalte“.</p>
<p>VORBEHALT Nr. 1: Wir haben doch kein Geld …<br />
Das ist nun wirklich kein Argument. Geldmittel sind nur ein sehr schwacher Ersatz für den Enthusiasmus und Gemeinschaftsgeist, der euch durch die ersten Stadien einer Energiewendeinitiative tragen wird. Werden Spenden gesammelt, könnten die Spender außerdem nach einem gewissen Grad an Mitbestimmung verlangen und die Initiative in eine Richtung bringen, die dem Interesse der Allgemeinheit zuwider läuft.</p>
<p>Wir zeigen euch, wie ihr im Verlauf eurer Aktivitäten geeignete Mittel erwirtschaften könnt. Wir reden hier nicht von Riesensummen, und eure Energiewendeinitiative wird kaum an der Börse notiert werden, aber wie der bekannte australische Ökodorf-Planer Max Lindegger vor Jahren einmal sagte, „wenn ein Projekt keinen Profit erwirtschaftet, erwirtschaftet es einen Verlust“.</p>
<p>„Transition Town Totnes“ wurde im 2005 ohne jede Geldmittel gegründet und finanziert sich seitdem vollständig von allein. Die Eintrittsgelder der von uns organisierten Podiumsgespräche und Filmvorführungen werden dazu verwendet, Gratis-Veranstaltungen wie die Open-Space-Debatten zu subventionieren. Ihr werdet an einen Punkt gelangen, wo für spezielle Projekte eine Finanzierung nötig wird, aber bis dahin kommt ihr schon irgendwie zurecht. Ihr müsst in dieser Hinsicht das Heft in der Hand behalten und euch von fehlenden Mitteln nicht abhalten lassen.</p>
<p>VORBEHALT Nr. 2: Die da oben lassen uns doch sowieso nicht …<br />
Unter grün bewegten Aktivisten ist vielfach die Angst verbreitet, dass jede Initiative, sobald sie tatsächlich Erfolge zeitigt, von gesichtslosen Bürokraten und Wirtschaftsbossen angegriffen und abgewürgt wird. Wenn diese Angst groß genug ist, euch von jeglichem Handeln abzuhalten, wenn ihr jeden eigenen Einfluss verneint und einem imaginären „die da oben“ zuschreibt, lest ihr wahrscheinlich gerade das falsche Dokument. Die Bewegung der Energiewendestädte arbeitet demgegenüber „unterhalb der Radarschwelle“ und ist nicht auf Streit oder Feindschaft aus. Auf diese Weise haben wir es bis jetzt offenbar vermieden, den Zorn bestehender Institutionen auf uns zu ziehen.</p>
<p>Ganz im Gegenteil – das Bewusstsein in Wirtschaftskreisen für Fragen der Nachhaltigkeit und des Klimawandels wird täglich stärker, und ihr werdet euch wundern, wie viele Menschen, die Macht und Einfluss haben, auf eure Initiative mit Begeisterung und Inspiration reagieren und euch eher helfen, als der Energiewende Steine in den Weg zu legen.</p>
<p>VORBEHALT Nr. 3: Bei uns gibt es doch schon die Grünen und andere Umweltgruppen, ich will denen lieber nicht auf die Zehen treten …<br />
Diese Fragen behandeln wir etwas ausführlicher in Schritt 3 der „12 Schritte“, aber im Wesentlichen läuft es darauf hinaus, dass ihr schon sehr viel Pech haben müsstet, damit es zu „Revierkämpfen“ kommt. Eine der Auswirkungen eurer Energiewendeinitiative besteht darin, dass die vorhandenen Gruppen ein gemeinsames, sinnvolles Ziel erhalten, und einige von ihnen werden den neuen Schwung, den ihr ins Spiel bringt, durchweg begrüßen, weil sie vielleicht selbst erste Symptome von Ausgebranntheit zeigen. Die gemeinsame Ausarbeitung eines Plans für die Senkung des Energieverbrauchs mit einem Netzwerk von bestehenden Gruppen wird deren Arbeit um eine wichtige und zielgerichtete Dimension erweitern, anstatt sie überflüssig zu machen oder abzulösen. Ihr solltet eher erwarten, dass einige davon zu euren stärksten Verbündeten werden und einen entscheidenden Faktor für den Erfolg der Energiewendeinitiative werden.</p>
<p>VORBEHALT Nr. 4: Hier bei uns interessiert sich doch sowieso keiner für die Umwelt…<br />
Angesichts der apathischen Konsumgesellschaft um uns herum ist es kaum verwunderlich, dass solche Gedanken bei vielen von uns aufkommen. Bei näherem Hinsehen stellt man allerdings fest, dass gerade Leute, von denen man dies überhaupt nicht erwartet hätte, die eifrigsten Verfechter von wesentlichen Bestandteilen jeder Energiewendinitiative sind: regionale Nahrungsmittelversorgung, regionales Handwerk und regionale Kultur. Der Trick besteht darin, auf diese Menschen zuzugehen, anstatt darauf zu warten, dass sie sich von selbst melden. Sucht nach Verbündeten mit ähnlichen Interessen, und ihr werdet feststellen, dass eure Gemeinde ein wesentlich interessanterer Ort ist, als ihr gedacht hättet.</p>
<p>VORBEHALT Nr. 5: Es ist doch sowieso schon viel zu spät, um noch etwas zu tun …<br />
Vielleicht ist es schon zu spät, höchstwahrscheinlich aber noch nicht. Eure Anstrengungen (und die anderer) sind daher von absolut entscheidender Wichtigkeit.</p>
<p>Steht euch bei eurer Arbeit nicht durch Hoffnungslosigkeit selbst im Weg – wie sagt Vandana Shiva: „Aus der Tatsache, dass wir in unsicheren Zeiten leben, folgt nicht mit Sicherheit, dass es keine Hoffnung gibt“.</p>
<p>VORBEHALT Nr. 6: Ich bin doch für so etwas gar nicht ausgebildet …<br />
Also, wenn ihr das jetzt nicht macht – wer denn sonst? Es ist völlig egal, dass ihr keinen Doktorgrad in Nachhaltigkeit besitzt oder keine jahrelange Erfahrungen in Gartenbau oder Planung habt. Entscheidend ist, dass euch der Zustand eures Wohnorts nicht egal ist, dass ihr die Notwendigkeit zu handeln seht und dass ihr offen für neue Wege des Engagements seid.</p>
<p>Wenn es eine Stellenbeschreibung für Leute gäbe, die sich bei einer Energiewendeinitiative bewerben, könnte sie vielleicht so aussehen:<br />
* Lebensbejahend<br />
* Guter Umgang mit Menschen<br />
* Grundlegende Kenntnisse der örtlichen Verhältnisse, insbesondere auch der örtlich einflussreichen Personen.</p>
<p>Und das ist eigentlich schon alles … Letztendlich plant ihr ja bereits zu Beginn des Prozesses euren eigenen Abgang (siehe Schritt 1), eure Rolle in diesem Stadium ist also die eines Gärtners, der den Boden für den geplanten Garten vorbereitet, und wenn ihr lange genug dabeibleibt, könnt ihr mit ansehen, wie er wächst.</p>
<p>VORBEHALT Nr. 7: Mir fehlt einfach die Energie für all das!<br />
Goethe hat einmal geschrieben: „Das Mögliche soll der Entschluss beherzt sogleich beim Schopfe fassen. Er will es dann nicht fahren lassen und wirket weiter, weil er muss!“ Die Erfahrung hat gezeigt, dass dies auf jeden Fall auf den Start einer Energiewendeinitiative zutrifft. Die Vorstellung, eure Stadt (eure Metropole, euer Dorf, euer Tal oder eure Insel) auf die Ära nach dem Öl vorzubereiten, mag euch den Atem rauben, aber während des Voranschreitens einer Energiewendeinitiative kommt es zu einer Freisetzung von Energie, die unaufhaltsam ist.</p>
<p>Möglichweise seid ihr überwältigt von der Riesenmenge Arbeit und dem hohen Grad an Komplexität, aber ihr werdet immer mehr Unterstützung finden. Tatsächlich haben viele Aktivisten erstaunt berichtet, wie während des ganzen Prozesses offenbar immer die richtigen Leute zur richtigen Zeit auftauchten. Wenn man sich diesem Mut anvertraut, wenn man den Quantensprung von „Warum macht eigentlich niemand etwas?“ zu „Lasst uns etwas machen!“ wagt, dann erwächst daraus eine enorme Energie, die den Prozess weiter vorantreibt.</p>
<p>Nicht selten hat man beim Engagement für die Umwelt das Gefühl, ein kaputtes Auto bergaufwärts zu schieben: eine harte Plackerei, die einem niemand dankt. Eine Energiewendeinitiative ist wie die anschließende Fahrt bergab – das Auto wird schneller und schneller, und man hat Mühe, überhaupt Schritt zu halten. Wenn ihr ihm erst einmal einen Schubs gegeben habt, rollt es wie von den selbst den Berg hinunter. Das soll nicht heißen, dass man nicht manchmal hart arbeiten muss – aber so gut wie immer macht diese Arbeit großen Spaß.</p>
<p>(Quelle: <a href="http://energiewende.wordpress.com/grundlagen-kompakt/" rel="nofollow">http://energiewende.wordpress.com/grundlagen-kompakt/</a>)</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Transition / Wandel von Willi Krafft</title>
		<link>http://de.lovos.org/energiewende-transition-towns/#comment-38</link>
		<dc:creator><![CDATA[Willi Krafft]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Feb 2011 19:23:03 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://einfachesleben.wordpress.com/?page_id=9#comment-38</guid>
		<description><![CDATA[Was ist eine Transition Town?

Alles beginnt damit, dass sich eine kleine Zahl motivierter Einzelner innerhalb eines Gemeinwesens zusammenschließt, weil sie die gleiche Sorge umtreibt: Wie kann unsere Kommune auf die Herausforderungen und Chancen reagieren, die durch das Ölfördermaximum und den Klimawandel entstehen? 

Sie bilden zunächst eine Startgruppe und wenden dann das Transition-Modell an, um einen möglichst großen Teil der Einwohner ihrer Kommune dazu zu bringen, sich an einer Energiewendeinitiative zu beteiligen.

Eine Transition-Initiative nach dem Transition-Town-Modell ist ein Gemeinwesen, dessen Bewohner gemeinsam alle möglichen Anstrengungen unternehmen, um dem Ölfördermaximum (&quot;Peak Oil&quot;)und dem Klimawandel Paroli zu bieten und Antworten auf die folgende entscheidende Frage zu finden:

Wie können wir angesichts all jener Umstände, die einen Einfluss auf die Erhaltung und das Gedeihen unseres Gemeinwesens haben, unsere Widerstandsfähigkeit und lokale Autonomie bezüglich der Auswirkungen des Ölfördermaximums so hoch wie möglich machen und gleichzeitig eine drastische Reduzierung unserer Kohlendioxidemissionen erreichen, um die Auswirkungen des Klimawandels zu mildern?
Dazu dient ein umfassender und kreativer Prozess mit dem Ziel, das Verständinis für Krisenfestigkeit („Resilienz“) und das gemeinschaftliche Engagement zu fördern. Dieser Prozess besteht aus den folgenden wesentlichen Bestandteilen:
- Bewusstsein schaffen für das Ölfördermaximum, den Klimawandel und die Notwendigkeit, von der Gemeindeebene ausgehend einen Prozess in Gang zu setzen, um Krisenfestigkeit und CO2-Reduzierung zu erreichen
- Vernetzung mit bestehenden Gruppen in der Gemeinde
- Brückenbau zur Kommunalverwaltung 
- Vernetzung mit anderen Transition-Initiativen 
- Bildung von Untergruppen, die sich mit allen wesentlichen Lebensbereichen beschäftigen (Ernährung, Energie, Transport, Gesundheit, Leib &amp; Seele, Wirtschaft &amp; Existenzgrundlagen usw.)
- Schließlich Veröffentlichung eines gemeinschaftlich ausgearbeiteten und zu implementierenden „Energiewende-Aktionsplans“ für die nächsten 15 bis 20 Jahre

Das Gemeinwesen ist sich außerdem der folgenden zwei Punkte bewusst, die von kritisch wichtiger Bedeutung sind:
- Wir haben ein unglaubliches Maß an Kreativität, Einfallsreichtum und Anpassungsfähigkeit bewiesen, als unser Energieverbrauch jedes Jahr größer und größer wurde – es gibt keinerlei Grund zu der Annahme, dass wir bei sinkendem Energieverbrauch nicht dieselben Fähigkeiten zeigen könnten.
- Wenn wir gemeinsam einen Plan entwickeln und früh genug handeln, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass wir eine neue Form des Zusammenlebens entwickeln können, die wesentlich gemeinschaftlicher, dynamischer und naturverbundener ist als die Tretmühle der Ölabhängigkeit, die wir jeden Tag aufs Neue bewegen müssen.

Um es abschließend auf den Punkt zu bringen:
- Der Klimawandel macht eine CO2-Reduzierung unbedingt notwendig.
- Das Ölfördermaximum macht sie unvermeidlich.
- Transition-Initiativen machen sie realisierbar und attraktiv (so weit wir das bis jetzt sagen können…)

(Quelle: http://energiewende.wordpress.com/grundlagen-kompakt/)]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Was ist eine Transition Town?</p>
<p>Alles beginnt damit, dass sich eine kleine Zahl motivierter Einzelner innerhalb eines Gemeinwesens zusammenschließt, weil sie die gleiche Sorge umtreibt: Wie kann unsere Kommune auf die Herausforderungen und Chancen reagieren, die durch das Ölfördermaximum und den Klimawandel entstehen? </p>
<p>Sie bilden zunächst eine Startgruppe und wenden dann das Transition-Modell an, um einen möglichst großen Teil der Einwohner ihrer Kommune dazu zu bringen, sich an einer Energiewendeinitiative zu beteiligen.</p>
<p>Eine Transition-Initiative nach dem Transition-Town-Modell ist ein Gemeinwesen, dessen Bewohner gemeinsam alle möglichen Anstrengungen unternehmen, um dem Ölfördermaximum (&#8220;Peak Oil&#8221;)und dem Klimawandel Paroli zu bieten und Antworten auf die folgende entscheidende Frage zu finden:</p>
<p>Wie können wir angesichts all jener Umstände, die einen Einfluss auf die Erhaltung und das Gedeihen unseres Gemeinwesens haben, unsere Widerstandsfähigkeit und lokale Autonomie bezüglich der Auswirkungen des Ölfördermaximums so hoch wie möglich machen und gleichzeitig eine drastische Reduzierung unserer Kohlendioxidemissionen erreichen, um die Auswirkungen des Klimawandels zu mildern?<br />
Dazu dient ein umfassender und kreativer Prozess mit dem Ziel, das Verständinis für Krisenfestigkeit („Resilienz“) und das gemeinschaftliche Engagement zu fördern. Dieser Prozess besteht aus den folgenden wesentlichen Bestandteilen:<br />
- Bewusstsein schaffen für das Ölfördermaximum, den Klimawandel und die Notwendigkeit, von der Gemeindeebene ausgehend einen Prozess in Gang zu setzen, um Krisenfestigkeit und CO2-Reduzierung zu erreichen<br />
- Vernetzung mit bestehenden Gruppen in der Gemeinde<br />
- Brückenbau zur Kommunalverwaltung<br />
- Vernetzung mit anderen Transition-Initiativen<br />
- Bildung von Untergruppen, die sich mit allen wesentlichen Lebensbereichen beschäftigen (Ernährung, Energie, Transport, Gesundheit, Leib &amp; Seele, Wirtschaft &amp; Existenzgrundlagen usw.)<br />
- Schließlich Veröffentlichung eines gemeinschaftlich ausgearbeiteten und zu implementierenden „Energiewende-Aktionsplans“ für die nächsten 15 bis 20 Jahre</p>
<p>Das Gemeinwesen ist sich außerdem der folgenden zwei Punkte bewusst, die von kritisch wichtiger Bedeutung sind:<br />
- Wir haben ein unglaubliches Maß an Kreativität, Einfallsreichtum und Anpassungsfähigkeit bewiesen, als unser Energieverbrauch jedes Jahr größer und größer wurde – es gibt keinerlei Grund zu der Annahme, dass wir bei sinkendem Energieverbrauch nicht dieselben Fähigkeiten zeigen könnten.<br />
- Wenn wir gemeinsam einen Plan entwickeln und früh genug handeln, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass wir eine neue Form des Zusammenlebens entwickeln können, die wesentlich gemeinschaftlicher, dynamischer und naturverbundener ist als die Tretmühle der Ölabhängigkeit, die wir jeden Tag aufs Neue bewegen müssen.</p>
<p>Um es abschließend auf den Punkt zu bringen:<br />
- Der Klimawandel macht eine CO2-Reduzierung unbedingt notwendig.<br />
- Das Ölfördermaximum macht sie unvermeidlich.<br />
- Transition-Initiativen machen sie realisierbar und attraktiv (so weit wir das bis jetzt sagen können…)</p>
<p>(Quelle: <a href="http://energiewende.wordpress.com/grundlagen-kompakt/" rel="nofollow">http://energiewende.wordpress.com/grundlagen-kompakt/</a>)</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Home von einfachesleben</title>
		<link>http://de.lovos.org/#comment-36</link>
		<dc:creator><![CDATA[einfachesleben]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Jan 2011 15:13:14 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://einfachesleben.wordpress.com/?page_id=142#comment-36</guid>
		<description><![CDATA[Burkhard Bierhoff: Vom Konsumismus zur „Freiwilligen Einfachheit“ (1)
Quelle: http://umweltdebatte.de/bierhoff.htm (31.01.2011)

&quot;Laßt uns darüber nachdenken, wie wir uns unabhängig von der Großen Maschine nähren, wärmen, kleiden, bilden und gesund erhalten können. Beginnen wir daran zu arbeiten, ehe sie uns vollends durchgesteuert, einbetoniert, vergiftet, erstickt und eher früher als später atomar totalvernichtet hat.” (Rudolf Bahro) (2)

In meinem Beitrag möchte ich zur Kritik der heute weitverbreiteten konsumistischen Lebensweise beitragen und dabei wesentliche Gedanken von Rudolf Bahro aufnehmen. Diese Lebensweise kann aufgrund ihres ungeheuren Ressourcenverbrauchs und der in ihrem Gefolge zu verzeichnenden globalen Zerstörung nur temporär sein. In Erkenntnis dieser Problematik gehen die Bemühungen einer wachsenden Anzahl von Menschen dahin, den Verbrauch auf ein „vernünftiges“ Maß zurückzuschrauben. Das für die Zukunft der Menschheit entscheidende Problem, das in den reichen westlichen Gesellschaften gelöst werden muss, liegt darin, eine neue verallgemeinerungsfähige Lebensweise zu entwickeln, die sich rigoros von dem destruktiven Konsumismus verabschiedet und die Bevölkerung mehrheitlich in ihren Bann zu ziehen vermag. Diese Lebensweise wird nur auf der Grundlage einer motivierenden Einsicht der Vielen in die globalen Zusammenhänge möglich werden.
Bereits in Die Alternative (1977) ging es Bahro „um den Entwurf eines Programms, für das man Menschen mobilisieren kann, die nicht mehr weitermachen wollen wie bisher.“(3) Sein Wirken war immer mit einem aufklärerischen Interesse verbunden. In seinen späteren Schriften hat er seine Position radikalisiert und angesichts der ökologischen Zerstörung eine gegen die Megamaschine gerichtete Logik der Rettung (1990) entworfen.
Eine lebensdienliche Wissenschaft kann durch die Initiierung von Aufklärungsprozessen (im Sinne der von Alexander Mitscherlich so bezeichneten Sachbildung, Affektbildung und Sozialbildung) das rettende Programm eines einfachen Lebensstils unterstützen. Die hier anzusprechenden Fragen sind: Was kommt nach dem Konsumismus? Wird der Homo consumens vom Homo integralis abgelöst werden? - Doch zunächst soll die prekäre Ausgangslage skizziert werden.
Mit Erich Fromm stimmt Rudolf Bahro unter anderem darin überein, dass die Menschen in den konsumistischen Gesellschaften eine fremdbestimmte Bedürfnisstruktur ausgebildet haben und die weitere Entwicklung im Sinne tödlichen Fortschritts nur noch durch eine radikale Veränderung abzuwenden ist, dass es trotz aller krisenhaften Zuspitzungen Kräfte der Umkehr gibt und Entwicklungen, die hoffnungsvoll stimmen.
Ausgangspunkt der Zivilisationskritik von Bahro ist die immer mehr zur Gewissheit gewordene Vermutung, dass eine Gesellschaft, die ihre Kräfte tauschwertorientiert vorrangig in die Erzeugung von Reichtümern (Waren, Güter) investiert, kulturell ihre Zukunftsfähigkeit verspielt. Bahro thematisiert - darin Erich F. Schumacher vergleichbar (4) - die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen als ungelöstes Problem der industriellen Güterproduktion. Die Produktion von Waren führt zu einem ungeheuren Anstieg der Naturausbeutung, da im industriellen Entwicklungsmodell Güter produziert werden, ohne die Endlichkeit und den Verbrauch der Ressourcen in die Gesamtrechnung einzubeziehen. Es ist auf einen verschwenderischen Verbrauch ausgerichtet, da dieser das Gegenstück zur Massenproduktion ist. Dieses industrielle Entwicklungsmodell kann sich - wenn auch nur temporär - aufrechterhalten, indem es den Menschen das Konsumieren als unbedingt zu befolgende Notwendigkeit oktroyiert. Entsprechend müssen die Menschen auf die scheinbare Notwendigkeit eines ungebremsten Konsums eingestellt werden, was einem gesellschaftlich legitimierten Betrug am Menschen gleichkommt. Seine Bedürfnisse werden angestachelt, seine Gier und Unersättlichkeit genährt und gesteigert mithilfe der neuen Strategien des Erlebnismarketing in der Werbung.
Bahro gebrauchte zwar nicht den Begriff des Konsumismus, analysierte aber entsprechend den “Teufelskreis der kapitalistischen Wachstumsdynamik“:
&quot; Je mehr produziert wird, desto mehr muß erjagt, besessen und verbraucht werden, desto mehr psychische Energie wird in abstrakter Arbeit und kompensatorischen Genüssen gebunden und bleibt den emanzipatorischen Kräften entzogen. ... Das kompensatorische Haben-, Verbrauchen-, Konsumierenwollen und -müssen erzwingt die Fortsetzung einer Erzeugungsschlacht ...”, deren Grundlage die „massenhaften kompensatorischen Bedürfnisse“ sind.(5)
Diese Bedürfnisse sind repressiv in die konsumistische Struktur eingebunden, die als totalitärer Komplex die in die Megamaschine eingebundene Herrschaft sichert, indem sie die Individuen im scheinbar freiwilligen Massenkonsum zur Loyalität bewegt. In der Überwindung dieser Subalternität durch die Umgestaltung der gesamten modernen Produktionsweise sieht Bahro die einzig mögliche Alternative zu der grenzenlosen Expansion der materiellen Bedürfnisse.(6)
Unter Exterminismus versteht Bahro ein Zivilisationsstadium jenseits der ökologischen Stabilität, das die Tendenz zeigt, im Ungleichgewicht von Produktiv- und Destruktivkräften weltweit zunehmend destruktive Wirkungen bis hin zur “Selbstzerstörung” zu entfalten (vgl. Edward Thompson). Dieser Prozess verläuft unterhalb des wachen Bewusstseins, denn: “Wir nehmen die verschiedensten exterministischen Einzeleffekte billigend in Kauf ...” und halten “an einer gewohnten Praxis fest, die sich als selbstmörderisch herausstellt, ohne so gemeint zu sein.”(7)
Die Befreiung von unmittelbarer wirtschaftlicher Not und existentieller Unsicherheit hat nicht zu einer Verfeinerung der Bedürfnisse geführt, sondern zunehmend kompensatorische Bedürfnisse evoziert. Ihr massenhaftes Auftreten ist Indikator für die heutige Unfreiheit. Die meisten Menschen verhalten sich subaltern, indem sie sich “der entfremdenden Autorität unterwerfen und nach den von ihr ausgesetzten Wohlverhaltensprämien greifen” und in grenzenloser Gier ihre materiellen Bedürfnisse ausdehnen.(8) Das gilt nicht nur für personale Unterwerfungsverhältnisse, sondern auch für die „anonymen Autoritäten“ wie Moden und die öffentliche Meinung (vgl. Erich Fromm), die die Menschen ohne ausdrücklichen Befehl zum Gehorsam zwingen.
Die kompensatorischen Interessen und Bedürfnisse zeigen sich in dem Streben vieler Menschen nach bequemen Ersatzbefriedigungen. Bahro: “Die kompensatorischen Interessen ... sind die unvermeidliche Reaktion darauf, daß die Gesellschaft die Entfaltung, Entwicklung und Bestätigung zahlloser Menschen frühzeitig beschränkt und blockiert. Die entsprechenden Bedürfnisse werden mit Ersatzbefriedigungen abgespeist. Man muß sich im Besitz und Verbrauch von möglichst vielen, möglichst (tausch-)wertvollen Dingen und Diensten dafür schadlos halten, daß man in den eigentlich menschlichen Bedürfnissen zu kurz gekommen ist.”(9)
Von den kompensatorischen Interessen sind die emanzipatorischen Interessen streng geschieden: “Die emanzipatorischen Interessen ... richten sich auf das Wachstum, die Differenzierung und die Selbstverwirklichung der Persönlichkeit in allen Dimensionen menschlicher Aktivität. Sie verlangen vor allem die potentiell allumfassende Aneignung der in anderen Individuen, in Gegenständen, Verhaltensweisen, Beziehungen objektivierten menschlichen Wesenskräfte, ihre Verwandlung in Subjektivität, in einen Besitz nicht der juristischen Person, sondern der geistigen und sittlichen Individualität, der seinerseits nach produktiver Umsetzung drängt.”(10)
Je mehr die Menschen ihre emanzipatorischen Interessen entdecken und kultivieren, um so mehr nähern sie sich dem an, was Bahro als den integralen Menschen bezeichnet hat. Bahro bezieht sich “auf die von Jean Gebser in seinem Werk ‘Ursprung und Gegenwart’ entworfene Idee des Homo integralis”. “Es ist in neuem Gewand die alte Idee des vollständigen, alle in ihm angelegten Vermögen realisierenden Menschen.”(11) Damit Menschen sich in diesem Sinne entwickeln und entfalten können, bedürfen sie nicht nur einer Vision, sondern auch einer Ordnungsstruktur, die den Ausdruck der höheren Bewusstseinskräfte fördert.
Viele Gesellschaftskritiker beschreiben die zeitgenössische Lebensweise als pathogen, was in einem Syndrom verschiedener Haltungen und Verhaltensweisen zum Ausdruck kommt: geringes Selbstwertgefühl, kompensatorische Aktivitäten, Konsumismus, Passivität, Geschäftigkeit, chronische Depression, Langeweile, Habgier, Unüberlegtheit, Rücksichtslosigkeit, Mangel an Bewusstsein, Hingabe an Idole und Gleichgültigkeit. Auf dieser psychosozialen Grundlage gedeiht die Warenproduktion mit der kompensatorischen Konsumtion. Auf der Ebene des Subjekts strukturiert der Konsumismus durch Kult- und Erlebnismarketing die Erlebniswelten der Menschen bis hin zum Einkaufen als Zeitvertreib. Demgegenüber ist bei Jean Gebser - von Rudolf Bahro aufgegriffen - die Idee der Transformation dieser Bewusstseinsverfassung, die als mental-rational bezeichnet wird, hin zum integralen Bewusstsein zu finden: „anstelle der Hektik tritt die Stille und das Schweigenkönnen; anstelle des ausschließlichen Zweck und Zieldenkens tritt die Absichtslosigkeit; anstelle der Machtstrebens tritt Hingabe und echte Liebesfähigkeit; anstelle des quantitativen Leerlaufs tritt das qualitativ geistige Geschehen; anstelle der Manipulation tritt das geduldige Gewährenlassen der fügenden Kräfte“; usw. (12)
Die weltweit vorhandenen Ressourcen erlauben keine Fortsetzung oder Expansion der industriellen Massenfertigung mit ihrem konsumistischen Lebensstil. Die einzige Alternative, die eine ökologische Katastrophe verhindern könnte, liegt in der Wahl einer neuen Lebensweise, die von einer nachhaltigen Produktions- und Verbraucherorientierung bestimmt ist. Grundlage für diese Kehrtwende ist der Umbau des Industriesystems. Dieser Umbau erscheint nur möglich mit Menschen, die sich an den historisch neuen globalen Problemlagen orientieren und ihre Bedürfnisse und Wünsche, Einsichten, Entscheidungen und sozialen Bezogenheiten mit ihrer Lebensweise verändern. Ein entsprechendes Leitkonzept ist mit der “freiwilligen Einfachheit” (“Voluntary Simplicity”) gegeben. Von Richard Gregg 1936 formuliert, beschreibt es eine Alternative zum Leben in der modernen Gesellschaft mit ihrer Massenproduktion und -konsumtion.(13) Greggs Grundgedanke war, auf der Grundlage buddhistischer Werthaltungen einen kulturspezifischen Beitrag zu einem einfachen Leben zu leisten, das weder von einem asketischen Lebensstil geprägt ist noch auf heteronomer Triebkontrolle und Unterdrückung gründet. Seit den 70er Jahren wurde die Idee der “Freiwilligen Einfachheit” weiterentwickelt. Da mit dem Zurückschrauben des Überkonsums eine höhere Lebenszufriedenheit erfahren wird, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten der Kreis dieser Menschen vergrößert.
Auch Bahro plädiert entschieden für einen einfachen Lebensstil: “Nur bei einem auf Subsistenzwirtschaft gegründeten Lebensstil freiwilliger Einfachheit und sparsamer Schönheit können wir uns, wenn wir außerdem unsere Zahl begrenzen, auf der Erde halten.”(14)
Der auf dem Ideal der &quot;Freiwilligen Einfachheit&quot; basierende Lebensstil bemüht sich um ein niedrigeres Konsumniveau und bevorzugt Werte wie Unabhängigkeit, Selbstständigkeit und ökologische Verantwortung. Diese “kontraktive Lebensweise” (Bahro) bedeutet die Abkehr von der Orientierung am Haben. Der Bedarf an Geld und Waren wird reduziert; gleichzeitig reduzieren sich auch Hektik und Lebensangst. Zentral sind die Änderungen des Verbraucherverhaltens. Statusorientierter Geltungskonsum und Einkaufen als Zeitvertreib werden abgelehnt. Die Konsumhaltung richtet sich auf konkreten Gebrauchswert (anstelle abstrakten Tauschwertes).
Der einfache Lebensstil beinhaltet auch eine gesunde, umweltbewusste, regional ausgerichtete, vielseitige, vegetabile Ernährung mit weitgehendem Verzicht auf Fleisch und Wurstwaren. Präferiert werden Produkte vom lebenden Tier, das artgerecht und umweltbewusst gehalten wird. Die vegetarische oder vegane Ernährung bietet unter anderem den Vorteil, dass die Erzeugung pflanzlicher im Vergleich zu tierischer Nahrung weniger Energie und kleinere Anbauflächen erfordert (so könnte z.B. vermieden werden, das für die Tierhaltung erforderliche Weideland durch die Abholzung von Primärwäldern zu gewinnen). Hinzu kommt ein sparsamer Gebrauch von Gebrauchsgütern und technischen Geräten wie Computer und Handy mit verlängerter Nutzungsdauer. Zum diesbezüglichen Problembewusstsein gehört etwa auch die Einschätzung des Zeitaufwands, der bei der Nutzung von technischen Geräten erforderlich ist. So ist beispielsweise bei der Nutzung von Digitalkameras eine verbreitete Erfahrung ein Vielfaches an aufzuwendender Zeit, wenn digitale Bilder ausgewählt und evt. nachgearbeitet werden. Während beim Kleinbildfilm die Filmabgabe und Bilderabholung mit einem minimalen Zeitaufwand verbunden war, erhöht sich die aus technischen Gründen notwendige Zeitnutzung bei der Digitalkamera um ein Vielfaches. So zeigt dieses Beispiel, dass wir mit unseren Kaufentscheidungen immer wieder in das bestehende ökonomische, technologische und bürokratische System eingebunden werden.
Des weiteren wird versucht, Elektroschrott etwa durch Verlängerung der Nutzungsperioden (z.B. für Computer) einzuschränken. Spielwaren mit elektronischen Bauteilen werden abgelehnt, da sie den Müll mit Batterien und chemischen Verbindungen belasten, ganz abgesehen von dem Schaden, den dieses Spielzeug für die Phantasie und Kreativität in der kindlichen Entwicklung bedeuten kann.
Hinzu kommt, dass Werbung als ein Manipulationsinstrument zurückgewiesen wird, da sie künstlich neue Bedürfnisse zu erzeugen sucht. Die Rolle der Massenmedien wird kritisch hinterfragt, besonders jene des Fernsehens. Als ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem einfachen Lebensstil wird erachtet, ohne die Banalität von stundenlangem Fernsehkonsum auszukommen. -
Die Frage, die sich nach diesen (nicht zuletzt auch präskriptiven) Skizzierungen des einfachen Lebensstils ergibt, ist, ob in den gegenwärtig verbreiteten Lebensstilen Veränderungen aufzufinden sind, die deutlich und zunehmend in Richtung ökologischen Problembewusstseins und einer neuen Bescheidenheit verweisen. Soweit ich sehe, gibt es hier im wesentlichen drei Ansätze, die diese Entwicklungen aufnehmen. Am bekanntesten sind die Untersuchungen des Marktforschers und Soziologen Paul H. Ray, der zusammen mit Sherry Ruth Anderson neben den Traditionalisten und den Modernisten ein weiteres Lebensstilsegment empirisch bestätigt hat, dessen Angehörige er als Kulturell Kreative bezeichnet. (15) Auch das Akronym „LOHAS“, das für „Lifestyles of Health and Sustainability“ steht, geht auf diese Forschungen zurück. Des weiteren ist als Bezeichnung auch der „Lifestyle of Voluntary Simplicity“ (teils auch im Plural: „Lifestyles“) zu finden; da es sich hier aber nur um ein sehr kleines Marktsegment handelt, wird dieser Lebensstil weniger intensiv thematisiert. - In Deutschland gibt es neuerlich zwei Veröffentlichungen, die Veränderungen im Sozialcharakter thematisieren, aber auch als Beschreibungen von neuen Lebensstilen rezipiert werden können. In einer Arbeit zur Modulierung des Sozialcharakters durch das Fernsehen stellt Peter Winterhoff-Spurk (2005) eine „Vereisung des Sozialcharakters“ fest, den er im histrionischen Charakter beschreibt. Rainer Funk hingegen untersucht die Psychodynamik der postmodernen Ich-Orientierung, die er in einer passiven und einer aktiven Variante des Sozialcharakters beschreibt.(16) Beide Bücher unterscheiden sich vom Erkenntnisinteresse deutlich von der Marktforschung, der es ja primär um die Erschließung neuer Absatzmärkte geht und nicht um die Untersuchung von neuen gesellschaftlichen Teilkulturen, aus denen Konsumkritik und gegenkonsumistische Lebensstile erwachsen. 
Als Typ eines neuen Konsumenten wurde zuerst in den USA, inzwischen auch in Deutschland, in empirischen Untersuchungen der LOHAS-Typ entdeckt. In den USA soll er bereits ca. 30 % der Verbraucher umfassen. Die LOHAS fungieren als ein Sammelbegriff für neue Lebensstile, die auf Gesundheit und Nachhaltigkeit bezogen sind. Zu hinterfragen ist jedoch der einseitige und verzerrende Gebrauch der Leitbegriffe “Gesundheit” und “Nachhaltigkeit”.
Dieser postmoderne Typ des Konsumenten zeigt sich ich-orientiert, unabhängig, umweltbewusst, gesundheitsorientiert und präferiert Bio-Lebensmittel. Beschreibbar ist er mit der Trias von „Fitness - Wellness - Selfness“. In diesem Typ werden einige Tendenzen gebündelt, die im Sinne des zielgruppenorientierten Marketings als “nachhaltig” bezeichnet werden. Dabei wird jedoch “Nachhaltigkeit” als Trend kommerzialisiert und als Lebensgefühl vermarktet. Auf der Grundlage der festgestellten Veränderungen in den Verbrauchermentalitäten lassen sich mit neuen Marketing-Strategien mittelfristig bis langfristig lukrative Märkte erschließen. Im Marketing geht es nicht um die Förderung von Nachhaltigkeit, sondern um die Aufnahme der Nachhaltigkeitsidee aus Gründen der Vermarktung, um im Trend zu liegen. Und den meisten Verbrauchern geht es ebenso wenig primär um Nachhaltigkeit, sondern um ein Konsumniveau mit hohem Genuss, Spaß und Unterhaltung unter Aufrechterhaltung der Gesundheit.
Offenbar passt dieser Konsumententyp gut zu den Vermarktungsinteressen der Bio-food- und Tourismusbranche. Der Trend zu Reiseangeboten, die im Sinne von Out-door-Aktivitäten Natur konsumieren, aber auch der Trend zur industriellen Produktion von Biofood macht diesen Konsumententyp populär. Insofern ist zweifelhaft, ob es sich bei diesem Trend tatsächlich um nachhaltig konsumierende Menschen handelt.
Die im Marketing neu entdeckten Lebensstile „LOHAS“ sind nicht schon deshalb alternativ, weil die Anhänger dieses Lebensstils im Bio-Supermarkt Lebensmittel kaufen, die durch eine ansprechende Verpackung auffallen und Gesundheit und Nachhaltigkeit versprechen. Gesundheit und Nachhaltigkeit sind als Forderung in den postmodernen Lebensstil eingegangen und verlieren dabei ihre kritische Spitze. So zeigt sich der postmoderne Lebensstil als blind für alle inhaltlichen Zukunftsfragen und ohne humanistisches Gewissen. Die postmoderne Persönlichkeit kann eben alles sein, auch „ökologisch orientiert“. Dabei erscheint die ökologische Orientierung im Wissen ausgeprägter als im Handeln. Über 90 % der Menschen sind in Bezug auf die Umwelt besorgt, aber nur weniger als 5 % kaufen Lebensmittel aus biologischem Anbau.
Bei den LOHAS - und ich schließe hier die Kulturell Kreativen ein - ist zwar eine gewisse Zunahme nachhaltiger Orientierungen zu finden, doch sind diese Orientierungen noch nicht aus der Ambiguität in ein entschiedenes Handeln herausgetreten. Die LOHAS befinden sich bildlich gesprochen noch vor der Weggabelung. Allenfalls handelt es sich bei den angesprochenen Einstellungen und Verhaltensweisen um die von Bahro so genannte „systemimmanente Schadensbegrenzung“ (Bahro), der es lediglich um eine Stabilisierung der gegenwärtigen Ökonomie geht. Wie die neuere Entwicklung des Biomarktes in Deutschland und die LOHAS beispielhaft zeigen, wird diese Schadensbegrenzung innerhalb der vorherrschenden Ökonomie betrieben.
Im Sinne eines sogenannten Megatrends werden die teilweisen kleinen und überschaubaren Strukturen der ökologischen Landwirtschaft zunehmend großindustriell vereinnahmt und ausgeweitet. Das ist alles andere als ein Prozess, der mit Nachhaltigkeit zu tun hat. Ökologie wird hier eindeutig der Ökonomie untergeordnet: die Strukturen der vorherrschenden Ökonomie verbinden sich mit großindustrieller Produktion von Bio-Lebensmitteln - teilweise mit Verlagerung der Produktion ins Ausland.
So bleiben auch die LOHAS - scheinbar an Gesundheit und Nachhaltigkeit orientiert - Teil der ökologischen Krise, statt in kritischer Selbstreflexion den eigenen Anteil am Zerstörungsprozess zu erkennen. Der den LOHAS entsprechende Lebensstiltyp will auf einer unbewussten Ebene - so könnte man mit Bahro sagen - die Zerstörung, solange er nicht “seine eigenen Interessen, Gewohnheiten, Bequemlichkeit hintansetzt“. (17)
Der Gegenspieler der LOHAS ist der LOVOS, der dem oben beschriebenen “Lifestyle of Voluntary Simplicity” entspricht. Er ist nicht postmodern, sondern konsequent postmaterialistisch orientiert und steht dem Konsumismus ablehnend gegenüber. Unter Gesichtspunkten des zielgruppenorientierten Marketing ist der LOVOS eine eher randständige Erscheinung, die vernachlässigt wird; für den Wandel der Gesellschaft beinhaltet er aber ein zukunftsfähiges Potential und ist als Entwicklungspfad zum Homo integralis zu werten.
Hinter der freiwilligen Einfachheit steht kein homogener Lebensstil. Der einfache Lebensstil beinhaltet ein breites Spektrum menschlichen Verhaltens und lässt sich als ein experimentelles Konzept für die Menschen verstehen, die sich zu einem bewussteren Lebensstil hingezogen fühlen und beginnen, ihr alltägliches Leben auf eine ökologisch tragfähige Weise zu organisieren. Bahro macht allerdings deutlich, dass halbherzige Lösungen des Sowohl-als-auch nicht zum Erfolg führen können. Vielmehr setzt ein “rettender gesellschaftlicher Wandel” eine tiefgreifende Verwandlung des Menschen sowie neue Beziehungsstrukturen und Institutionen voraus, die eine Abkehr von der Megamaschine beinhalten.(18) Wir dürfen unsere Frage nicht darauf beschränken, “was innerhalb der gewohnten Verfassung des Bewußtseins und der Institutionen das Beste und Machbarste wäre”, sondern müssen eine entschiedene und radikale ökologische Rettungspolitik betreiben.(19) Auch darf die strukturelle Ebene nicht vernachlässigt werden, auf der es um das geht, was Bahro als &quot;Harmonisierung der wirtschaftlichen Tätigkeit&quot; bezeichnet: “Verlagerung der Prioritäten von der Ausbeutung der Natur durch die Produktion auf deren Einordnung in den natürlichen Zyklus, von der erweiterten auf die einfache Reproduktion, von der Steigerung der Arbeitsproduktivität auf die Pflege der Arbeitsbedingungen und der Arbeitskultur”; des weiteren um die “Entwicklung einer natur- und menschengemäßen Technik und Technologie, die Wiederherstellung der Proportionalität zwischen großer (industrieller) und kleiner (handwerklicher) Produktion”.(20)
Die konsumistische Lebensweise bringt die Subjekte in eine prekäre Situation. Immer mehr Menschen sind von den normopathologischen Auswirkungen eines problematischen kompensatorischen Konsums bis hin zur Kaufsucht betroffen. Der für die heutigen Lebensstile typische Konsumismus gilt als eine Grundlage für allgemeine Suchtanfälligkeit wie für die Entstehung nichtstoffgebundener Süchte. Die betroffenen Menschen fragen zwar angesichts zunehmender Verschuldung und Konsumsucht soziale Hilfen nach, doch können diese Hilfen durchgreifend nicht von außen, von Pädagogen und Sozialarbeitern, erbracht werden, sondern bedürfen neuer Organisationsformen des Sozialen und einer im Gemeinwesen verankerten Verantwortlichkeit und Abstützung des Einzelnen.
Die mit dem Konsumismus verbundenen Erwartungen und Haltungen zu hinterfragen, ist ein wichtiger Ausgangspunkt für die Entwicklung reflexiver Sozialformen im Gemeinwesen. Eine integrative Theorie, die diese Momente erfasst, kann sich sozialcharakterologischer Grundlagen von Erich Fromm bedienen, aber auch in Aufnahme des Kommunegedanken Rudolf Bahros auf eine Stärkung der Kompetenzen des einzelnen im Zusammenhang mit einem nachhaltigen, verantwortlichen Lebensstil im sozialen Raum beziehen.

 

(1) Dieses (unredigierte) Manuskript entstammt den Vorarbeiten zu einem Vortrag aus Anlass des 70. Geburtstages von Rudolf Bahro im Rahmen eines Symposiums an der Humboldt-Universität zu Berlin und ist nicht mit der Vortragsfassung identisch. Der Vortrag wurde am 19. November 2005 zu dem Thema: „Vom Homo consumens zum Homo integralis“ gehalten.
(2) in: Rudolf Bahro, Logik der Rettung, Berlin 1990, S. 17.
(3) Rudolf Bahro, Selbstinterview, in: Rudolf Bahro, Eine Dokumentation, Köln/Frankfurt/M. 1977, S. 73. 
(4) Ernst F. Schumacher, Small is Beautiful, 3. Aufl., Bad Dürkheim 2001. - Das Problem geht im wesentlichen „auf unsere Unfähigkeit zurück zu erkennen, daß das moderne Industriesystem mit all seiner intellektuellen Verfeinerung die Basis aufbraucht, auf der es errichtet wurde“ (S. 17).
(5) Rudolf Bahro, Eine Dokumentation, Köln/Frankfurt/M. 1977, S. 40f.
(6) vgl. Rudolf Bahro, Die Alternative, Köln 1977, S. 321, 324.
(7) Rudolf Bahro, Logik der Rettung, Berlin 1990, S. 110, 111, 112.
(8) vgl. Rudolf Bahro, Die Alternative, Köln 1977, S. 321, 324, 340, 374f.
(9) Rudolf Bahro, Die Alternative, Köln 1977, S. 322.
(10) Rudolf Bahro, Die Alternative, Köln 1977, S. 322.
(11) Rudolf Bahro, Die Idee des Homo integralis, 1997, S. 26.
(12) Jean Gebser, Gesamtausgabe, Bd.V/II: Vorlesungen und Reden zu Ursprung und Gegenwart, Schaffhausen 1999, S. 62.
(13) Richard B. Gregg, The Value of Voluntary Simplicity (1936), Wallingford, Pennsylvania (Pendle Hill Publications), Republished electronically: 2004, p. 4: “Voluntary simplicity involves both inner and outer condition. It means single- ness of purpose, sincerity and honesty within, as well as avoidance of exterior clutter, of many possessions irrelevant to the chief purpose of life. It means an ordering and guiding of our energy and our desires, a partial restraint in some directions in order to secure greater abundance of life in other directions. It involves a deliberate organization of life for a purpose.” 
(14) Rudolf Bahro, Logik der Rettung, Berlin 1990, S. 320.
(15) Ray, Paul H.; Ruth, Anderson, 2000: The Cultural Creatives. How 50 Million People Are Changing the World, New York (Harmony Books); Ray, Paul H., 2001: Die Evolution der integralen Kultur, in: Integrale Perspektiven. Ansätze für eine HumanSozialÖkologische Theorie. Internationales Symposium aus Anlass des 25. Jahrestages des Erscheinens von Rudolf Bahros Buch &quot;Die Alternative&quot;, 21.-23. Juni 2002, Humboldt Universität zu Berlin (Rudolf-Bahro-Archiv) 2003, S. 19-24; Ray, Paul H., 2004: Authentisch, spirituell, kritisch: Vorreiter einer neuen Kultur? Ein Gespräch mit Paul H. Ray, in: Psychologie heute, Heft 3/2004, S. 32-37; ders., 2004a: Interview with Paul Ray, by Tim Miejan, in: Edge Life, Nov. 2004 (Internet: http://www.edgenews.com/issues/2004/11/ray.html); ders., 2004b: Society must be sustainable, with focus on planetary needs. Last of a two-part interview with Paul H. Ray, by Tim Miejan, in: Edge Life, Dec. 2004 (Internet: http://www.edgenews.com/issues/2004/12/ray.html).
(16) Siehe die von mir verfassten Rezensionen zu den Büchern von Peter Winterhoff-Spurk und Rainer Funk (Internet: http://www.socialnet.de/rezensionen/2382.php; http://www.socialnet.de/rezensionen/2295.php). 
(17) Rudolf Bahro, Logik der Rettung, Berlin 1990, S. 405. 
(18) vgl. Logik der Rettung, Berlin 1990, S. 209, 212.
(19) vgl. ebd. S. 315.
(20) Rudolf Bahro, Eine Dokumentation, Köln/Frankfurt/M. 1977, S. 45.

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		<content:encoded><![CDATA[<p>Burkhard Bierhoff: Vom Konsumismus zur „Freiwilligen Einfachheit“ (1)<br />
Quelle: <a href="http://umweltdebatte.de/bierhoff.htm" rel="nofollow">http://umweltdebatte.de/bierhoff.htm</a> (31.01.2011)</p>
<p>&#8220;Laßt uns darüber nachdenken, wie wir uns unabhängig von der Großen Maschine nähren, wärmen, kleiden, bilden und gesund erhalten können. Beginnen wir daran zu arbeiten, ehe sie uns vollends durchgesteuert, einbetoniert, vergiftet, erstickt und eher früher als später atomar totalvernichtet hat.” (Rudolf Bahro) (2)</p>
<p>In meinem Beitrag möchte ich zur Kritik der heute weitverbreiteten konsumistischen Lebensweise beitragen und dabei wesentliche Gedanken von Rudolf Bahro aufnehmen. Diese Lebensweise kann aufgrund ihres ungeheuren Ressourcenverbrauchs und der in ihrem Gefolge zu verzeichnenden globalen Zerstörung nur temporär sein. In Erkenntnis dieser Problematik gehen die Bemühungen einer wachsenden Anzahl von Menschen dahin, den Verbrauch auf ein „vernünftiges“ Maß zurückzuschrauben. Das für die Zukunft der Menschheit entscheidende Problem, das in den reichen westlichen Gesellschaften gelöst werden muss, liegt darin, eine neue verallgemeinerungsfähige Lebensweise zu entwickeln, die sich rigoros von dem destruktiven Konsumismus verabschiedet und die Bevölkerung mehrheitlich in ihren Bann zu ziehen vermag. Diese Lebensweise wird nur auf der Grundlage einer motivierenden Einsicht der Vielen in die globalen Zusammenhänge möglich werden.<br />
Bereits in Die Alternative (1977) ging es Bahro „um den Entwurf eines Programms, für das man Menschen mobilisieren kann, die nicht mehr weitermachen wollen wie bisher.“(3) Sein Wirken war immer mit einem aufklärerischen Interesse verbunden. In seinen späteren Schriften hat er seine Position radikalisiert und angesichts der ökologischen Zerstörung eine gegen die Megamaschine gerichtete Logik der Rettung (1990) entworfen.<br />
Eine lebensdienliche Wissenschaft kann durch die Initiierung von Aufklärungsprozessen (im Sinne der von Alexander Mitscherlich so bezeichneten Sachbildung, Affektbildung und Sozialbildung) das rettende Programm eines einfachen Lebensstils unterstützen. Die hier anzusprechenden Fragen sind: Was kommt nach dem Konsumismus? Wird der Homo consumens vom Homo integralis abgelöst werden? &#8211; Doch zunächst soll die prekäre Ausgangslage skizziert werden.<br />
Mit Erich Fromm stimmt Rudolf Bahro unter anderem darin überein, dass die Menschen in den konsumistischen Gesellschaften eine fremdbestimmte Bedürfnisstruktur ausgebildet haben und die weitere Entwicklung im Sinne tödlichen Fortschritts nur noch durch eine radikale Veränderung abzuwenden ist, dass es trotz aller krisenhaften Zuspitzungen Kräfte der Umkehr gibt und Entwicklungen, die hoffnungsvoll stimmen.<br />
Ausgangspunkt der Zivilisationskritik von Bahro ist die immer mehr zur Gewissheit gewordene Vermutung, dass eine Gesellschaft, die ihre Kräfte tauschwertorientiert vorrangig in die Erzeugung von Reichtümern (Waren, Güter) investiert, kulturell ihre Zukunftsfähigkeit verspielt. Bahro thematisiert &#8211; darin Erich F. Schumacher vergleichbar (4) &#8211; die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen als ungelöstes Problem der industriellen Güterproduktion. Die Produktion von Waren führt zu einem ungeheuren Anstieg der Naturausbeutung, da im industriellen Entwicklungsmodell Güter produziert werden, ohne die Endlichkeit und den Verbrauch der Ressourcen in die Gesamtrechnung einzubeziehen. Es ist auf einen verschwenderischen Verbrauch ausgerichtet, da dieser das Gegenstück zur Massenproduktion ist. Dieses industrielle Entwicklungsmodell kann sich &#8211; wenn auch nur temporär &#8211; aufrechterhalten, indem es den Menschen das Konsumieren als unbedingt zu befolgende Notwendigkeit oktroyiert. Entsprechend müssen die Menschen auf die scheinbare Notwendigkeit eines ungebremsten Konsums eingestellt werden, was einem gesellschaftlich legitimierten Betrug am Menschen gleichkommt. Seine Bedürfnisse werden angestachelt, seine Gier und Unersättlichkeit genährt und gesteigert mithilfe der neuen Strategien des Erlebnismarketing in der Werbung.<br />
Bahro gebrauchte zwar nicht den Begriff des Konsumismus, analysierte aber entsprechend den “Teufelskreis der kapitalistischen Wachstumsdynamik“:<br />
&#8221; Je mehr produziert wird, desto mehr muß erjagt, besessen und verbraucht werden, desto mehr psychische Energie wird in abstrakter Arbeit und kompensatorischen Genüssen gebunden und bleibt den emanzipatorischen Kräften entzogen. &#8230; Das kompensatorische Haben-, Verbrauchen-, Konsumierenwollen und -müssen erzwingt die Fortsetzung einer Erzeugungsschlacht &#8230;”, deren Grundlage die „massenhaften kompensatorischen Bedürfnisse“ sind.(5)<br />
Diese Bedürfnisse sind repressiv in die konsumistische Struktur eingebunden, die als totalitärer Komplex die in die Megamaschine eingebundene Herrschaft sichert, indem sie die Individuen im scheinbar freiwilligen Massenkonsum zur Loyalität bewegt. In der Überwindung dieser Subalternität durch die Umgestaltung der gesamten modernen Produktionsweise sieht Bahro die einzig mögliche Alternative zu der grenzenlosen Expansion der materiellen Bedürfnisse.(6)<br />
Unter Exterminismus versteht Bahro ein Zivilisationsstadium jenseits der ökologischen Stabilität, das die Tendenz zeigt, im Ungleichgewicht von Produktiv- und Destruktivkräften weltweit zunehmend destruktive Wirkungen bis hin zur “Selbstzerstörung” zu entfalten (vgl. Edward Thompson). Dieser Prozess verläuft unterhalb des wachen Bewusstseins, denn: “Wir nehmen die verschiedensten exterministischen Einzeleffekte billigend in Kauf &#8230;” und halten “an einer gewohnten Praxis fest, die sich als selbstmörderisch herausstellt, ohne so gemeint zu sein.”(7)<br />
Die Befreiung von unmittelbarer wirtschaftlicher Not und existentieller Unsicherheit hat nicht zu einer Verfeinerung der Bedürfnisse geführt, sondern zunehmend kompensatorische Bedürfnisse evoziert. Ihr massenhaftes Auftreten ist Indikator für die heutige Unfreiheit. Die meisten Menschen verhalten sich subaltern, indem sie sich “der entfremdenden Autorität unterwerfen und nach den von ihr ausgesetzten Wohlverhaltensprämien greifen” und in grenzenloser Gier ihre materiellen Bedürfnisse ausdehnen.(8) Das gilt nicht nur für personale Unterwerfungsverhältnisse, sondern auch für die „anonymen Autoritäten“ wie Moden und die öffentliche Meinung (vgl. Erich Fromm), die die Menschen ohne ausdrücklichen Befehl zum Gehorsam zwingen.<br />
Die kompensatorischen Interessen und Bedürfnisse zeigen sich in dem Streben vieler Menschen nach bequemen Ersatzbefriedigungen. Bahro: “Die kompensatorischen Interessen &#8230; sind die unvermeidliche Reaktion darauf, daß die Gesellschaft die Entfaltung, Entwicklung und Bestätigung zahlloser Menschen frühzeitig beschränkt und blockiert. Die entsprechenden Bedürfnisse werden mit Ersatzbefriedigungen abgespeist. Man muß sich im Besitz und Verbrauch von möglichst vielen, möglichst (tausch-)wertvollen Dingen und Diensten dafür schadlos halten, daß man in den eigentlich menschlichen Bedürfnissen zu kurz gekommen ist.”(9)<br />
Von den kompensatorischen Interessen sind die emanzipatorischen Interessen streng geschieden: “Die emanzipatorischen Interessen &#8230; richten sich auf das Wachstum, die Differenzierung und die Selbstverwirklichung der Persönlichkeit in allen Dimensionen menschlicher Aktivität. Sie verlangen vor allem die potentiell allumfassende Aneignung der in anderen Individuen, in Gegenständen, Verhaltensweisen, Beziehungen objektivierten menschlichen Wesenskräfte, ihre Verwandlung in Subjektivität, in einen Besitz nicht der juristischen Person, sondern der geistigen und sittlichen Individualität, der seinerseits nach produktiver Umsetzung drängt.”(10)<br />
Je mehr die Menschen ihre emanzipatorischen Interessen entdecken und kultivieren, um so mehr nähern sie sich dem an, was Bahro als den integralen Menschen bezeichnet hat. Bahro bezieht sich “auf die von Jean Gebser in seinem Werk ‘Ursprung und Gegenwart’ entworfene Idee des Homo integralis”. “Es ist in neuem Gewand die alte Idee des vollständigen, alle in ihm angelegten Vermögen realisierenden Menschen.”(11) Damit Menschen sich in diesem Sinne entwickeln und entfalten können, bedürfen sie nicht nur einer Vision, sondern auch einer Ordnungsstruktur, die den Ausdruck der höheren Bewusstseinskräfte fördert.<br />
Viele Gesellschaftskritiker beschreiben die zeitgenössische Lebensweise als pathogen, was in einem Syndrom verschiedener Haltungen und Verhaltensweisen zum Ausdruck kommt: geringes Selbstwertgefühl, kompensatorische Aktivitäten, Konsumismus, Passivität, Geschäftigkeit, chronische Depression, Langeweile, Habgier, Unüberlegtheit, Rücksichtslosigkeit, Mangel an Bewusstsein, Hingabe an Idole und Gleichgültigkeit. Auf dieser psychosozialen Grundlage gedeiht die Warenproduktion mit der kompensatorischen Konsumtion. Auf der Ebene des Subjekts strukturiert der Konsumismus durch Kult- und Erlebnismarketing die Erlebniswelten der Menschen bis hin zum Einkaufen als Zeitvertreib. Demgegenüber ist bei Jean Gebser &#8211; von Rudolf Bahro aufgegriffen &#8211; die Idee der Transformation dieser Bewusstseinsverfassung, die als mental-rational bezeichnet wird, hin zum integralen Bewusstsein zu finden: „anstelle der Hektik tritt die Stille und das Schweigenkönnen; anstelle des ausschließlichen Zweck und Zieldenkens tritt die Absichtslosigkeit; anstelle der Machtstrebens tritt Hingabe und echte Liebesfähigkeit; anstelle des quantitativen Leerlaufs tritt das qualitativ geistige Geschehen; anstelle der Manipulation tritt das geduldige Gewährenlassen der fügenden Kräfte“; usw. (12)<br />
Die weltweit vorhandenen Ressourcen erlauben keine Fortsetzung oder Expansion der industriellen Massenfertigung mit ihrem konsumistischen Lebensstil. Die einzige Alternative, die eine ökologische Katastrophe verhindern könnte, liegt in der Wahl einer neuen Lebensweise, die von einer nachhaltigen Produktions- und Verbraucherorientierung bestimmt ist. Grundlage für diese Kehrtwende ist der Umbau des Industriesystems. Dieser Umbau erscheint nur möglich mit Menschen, die sich an den historisch neuen globalen Problemlagen orientieren und ihre Bedürfnisse und Wünsche, Einsichten, Entscheidungen und sozialen Bezogenheiten mit ihrer Lebensweise verändern. Ein entsprechendes Leitkonzept ist mit der “freiwilligen Einfachheit” (“Voluntary Simplicity”) gegeben. Von Richard Gregg 1936 formuliert, beschreibt es eine Alternative zum Leben in der modernen Gesellschaft mit ihrer Massenproduktion und -konsumtion.(13) Greggs Grundgedanke war, auf der Grundlage buddhistischer Werthaltungen einen kulturspezifischen Beitrag zu einem einfachen Leben zu leisten, das weder von einem asketischen Lebensstil geprägt ist noch auf heteronomer Triebkontrolle und Unterdrückung gründet. Seit den 70er Jahren wurde die Idee der “Freiwilligen Einfachheit” weiterentwickelt. Da mit dem Zurückschrauben des Überkonsums eine höhere Lebenszufriedenheit erfahren wird, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten der Kreis dieser Menschen vergrößert.<br />
Auch Bahro plädiert entschieden für einen einfachen Lebensstil: “Nur bei einem auf Subsistenzwirtschaft gegründeten Lebensstil freiwilliger Einfachheit und sparsamer Schönheit können wir uns, wenn wir außerdem unsere Zahl begrenzen, auf der Erde halten.”(14)<br />
Der auf dem Ideal der &#8220;Freiwilligen Einfachheit&#8221; basierende Lebensstil bemüht sich um ein niedrigeres Konsumniveau und bevorzugt Werte wie Unabhängigkeit, Selbstständigkeit und ökologische Verantwortung. Diese “kontraktive Lebensweise” (Bahro) bedeutet die Abkehr von der Orientierung am Haben. Der Bedarf an Geld und Waren wird reduziert; gleichzeitig reduzieren sich auch Hektik und Lebensangst. Zentral sind die Änderungen des Verbraucherverhaltens. Statusorientierter Geltungskonsum und Einkaufen als Zeitvertreib werden abgelehnt. Die Konsumhaltung richtet sich auf konkreten Gebrauchswert (anstelle abstrakten Tauschwertes).<br />
Der einfache Lebensstil beinhaltet auch eine gesunde, umweltbewusste, regional ausgerichtete, vielseitige, vegetabile Ernährung mit weitgehendem Verzicht auf Fleisch und Wurstwaren. Präferiert werden Produkte vom lebenden Tier, das artgerecht und umweltbewusst gehalten wird. Die vegetarische oder vegane Ernährung bietet unter anderem den Vorteil, dass die Erzeugung pflanzlicher im Vergleich zu tierischer Nahrung weniger Energie und kleinere Anbauflächen erfordert (so könnte z.B. vermieden werden, das für die Tierhaltung erforderliche Weideland durch die Abholzung von Primärwäldern zu gewinnen). Hinzu kommt ein sparsamer Gebrauch von Gebrauchsgütern und technischen Geräten wie Computer und Handy mit verlängerter Nutzungsdauer. Zum diesbezüglichen Problembewusstsein gehört etwa auch die Einschätzung des Zeitaufwands, der bei der Nutzung von technischen Geräten erforderlich ist. So ist beispielsweise bei der Nutzung von Digitalkameras eine verbreitete Erfahrung ein Vielfaches an aufzuwendender Zeit, wenn digitale Bilder ausgewählt und evt. nachgearbeitet werden. Während beim Kleinbildfilm die Filmabgabe und Bilderabholung mit einem minimalen Zeitaufwand verbunden war, erhöht sich die aus technischen Gründen notwendige Zeitnutzung bei der Digitalkamera um ein Vielfaches. So zeigt dieses Beispiel, dass wir mit unseren Kaufentscheidungen immer wieder in das bestehende ökonomische, technologische und bürokratische System eingebunden werden.<br />
Des weiteren wird versucht, Elektroschrott etwa durch Verlängerung der Nutzungsperioden (z.B. für Computer) einzuschränken. Spielwaren mit elektronischen Bauteilen werden abgelehnt, da sie den Müll mit Batterien und chemischen Verbindungen belasten, ganz abgesehen von dem Schaden, den dieses Spielzeug für die Phantasie und Kreativität in der kindlichen Entwicklung bedeuten kann.<br />
Hinzu kommt, dass Werbung als ein Manipulationsinstrument zurückgewiesen wird, da sie künstlich neue Bedürfnisse zu erzeugen sucht. Die Rolle der Massenmedien wird kritisch hinterfragt, besonders jene des Fernsehens. Als ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem einfachen Lebensstil wird erachtet, ohne die Banalität von stundenlangem Fernsehkonsum auszukommen. -<br />
Die Frage, die sich nach diesen (nicht zuletzt auch präskriptiven) Skizzierungen des einfachen Lebensstils ergibt, ist, ob in den gegenwärtig verbreiteten Lebensstilen Veränderungen aufzufinden sind, die deutlich und zunehmend in Richtung ökologischen Problembewusstseins und einer neuen Bescheidenheit verweisen. Soweit ich sehe, gibt es hier im wesentlichen drei Ansätze, die diese Entwicklungen aufnehmen. Am bekanntesten sind die Untersuchungen des Marktforschers und Soziologen Paul H. Ray, der zusammen mit Sherry Ruth Anderson neben den Traditionalisten und den Modernisten ein weiteres Lebensstilsegment empirisch bestätigt hat, dessen Angehörige er als Kulturell Kreative bezeichnet. (15) Auch das Akronym „LOHAS“, das für „Lifestyles of Health and Sustainability“ steht, geht auf diese Forschungen zurück. Des weiteren ist als Bezeichnung auch der „Lifestyle of Voluntary Simplicity“ (teils auch im Plural: „Lifestyles“) zu finden; da es sich hier aber nur um ein sehr kleines Marktsegment handelt, wird dieser Lebensstil weniger intensiv thematisiert. &#8211; In Deutschland gibt es neuerlich zwei Veröffentlichungen, die Veränderungen im Sozialcharakter thematisieren, aber auch als Beschreibungen von neuen Lebensstilen rezipiert werden können. In einer Arbeit zur Modulierung des Sozialcharakters durch das Fernsehen stellt Peter Winterhoff-Spurk (2005) eine „Vereisung des Sozialcharakters“ fest, den er im histrionischen Charakter beschreibt. Rainer Funk hingegen untersucht die Psychodynamik der postmodernen Ich-Orientierung, die er in einer passiven und einer aktiven Variante des Sozialcharakters beschreibt.(16) Beide Bücher unterscheiden sich vom Erkenntnisinteresse deutlich von der Marktforschung, der es ja primär um die Erschließung neuer Absatzmärkte geht und nicht um die Untersuchung von neuen gesellschaftlichen Teilkulturen, aus denen Konsumkritik und gegenkonsumistische Lebensstile erwachsen.<br />
Als Typ eines neuen Konsumenten wurde zuerst in den USA, inzwischen auch in Deutschland, in empirischen Untersuchungen der LOHAS-Typ entdeckt. In den USA soll er bereits ca. 30 % der Verbraucher umfassen. Die LOHAS fungieren als ein Sammelbegriff für neue Lebensstile, die auf Gesundheit und Nachhaltigkeit bezogen sind. Zu hinterfragen ist jedoch der einseitige und verzerrende Gebrauch der Leitbegriffe “Gesundheit” und “Nachhaltigkeit”.<br />
Dieser postmoderne Typ des Konsumenten zeigt sich ich-orientiert, unabhängig, umweltbewusst, gesundheitsorientiert und präferiert Bio-Lebensmittel. Beschreibbar ist er mit der Trias von „Fitness &#8211; Wellness &#8211; Selfness“. In diesem Typ werden einige Tendenzen gebündelt, die im Sinne des zielgruppenorientierten Marketings als “nachhaltig” bezeichnet werden. Dabei wird jedoch “Nachhaltigkeit” als Trend kommerzialisiert und als Lebensgefühl vermarktet. Auf der Grundlage der festgestellten Veränderungen in den Verbrauchermentalitäten lassen sich mit neuen Marketing-Strategien mittelfristig bis langfristig lukrative Märkte erschließen. Im Marketing geht es nicht um die Förderung von Nachhaltigkeit, sondern um die Aufnahme der Nachhaltigkeitsidee aus Gründen der Vermarktung, um im Trend zu liegen. Und den meisten Verbrauchern geht es ebenso wenig primär um Nachhaltigkeit, sondern um ein Konsumniveau mit hohem Genuss, Spaß und Unterhaltung unter Aufrechterhaltung der Gesundheit.<br />
Offenbar passt dieser Konsumententyp gut zu den Vermarktungsinteressen der Bio-food- und Tourismusbranche. Der Trend zu Reiseangeboten, die im Sinne von Out-door-Aktivitäten Natur konsumieren, aber auch der Trend zur industriellen Produktion von Biofood macht diesen Konsumententyp populär. Insofern ist zweifelhaft, ob es sich bei diesem Trend tatsächlich um nachhaltig konsumierende Menschen handelt.<br />
Die im Marketing neu entdeckten Lebensstile „LOHAS“ sind nicht schon deshalb alternativ, weil die Anhänger dieses Lebensstils im Bio-Supermarkt Lebensmittel kaufen, die durch eine ansprechende Verpackung auffallen und Gesundheit und Nachhaltigkeit versprechen. Gesundheit und Nachhaltigkeit sind als Forderung in den postmodernen Lebensstil eingegangen und verlieren dabei ihre kritische Spitze. So zeigt sich der postmoderne Lebensstil als blind für alle inhaltlichen Zukunftsfragen und ohne humanistisches Gewissen. Die postmoderne Persönlichkeit kann eben alles sein, auch „ökologisch orientiert“. Dabei erscheint die ökologische Orientierung im Wissen ausgeprägter als im Handeln. Über 90 % der Menschen sind in Bezug auf die Umwelt besorgt, aber nur weniger als 5 % kaufen Lebensmittel aus biologischem Anbau.<br />
Bei den LOHAS &#8211; und ich schließe hier die Kulturell Kreativen ein &#8211; ist zwar eine gewisse Zunahme nachhaltiger Orientierungen zu finden, doch sind diese Orientierungen noch nicht aus der Ambiguität in ein entschiedenes Handeln herausgetreten. Die LOHAS befinden sich bildlich gesprochen noch vor der Weggabelung. Allenfalls handelt es sich bei den angesprochenen Einstellungen und Verhaltensweisen um die von Bahro so genannte „systemimmanente Schadensbegrenzung“ (Bahro), der es lediglich um eine Stabilisierung der gegenwärtigen Ökonomie geht. Wie die neuere Entwicklung des Biomarktes in Deutschland und die LOHAS beispielhaft zeigen, wird diese Schadensbegrenzung innerhalb der vorherrschenden Ökonomie betrieben.<br />
Im Sinne eines sogenannten Megatrends werden die teilweisen kleinen und überschaubaren Strukturen der ökologischen Landwirtschaft zunehmend großindustriell vereinnahmt und ausgeweitet. Das ist alles andere als ein Prozess, der mit Nachhaltigkeit zu tun hat. Ökologie wird hier eindeutig der Ökonomie untergeordnet: die Strukturen der vorherrschenden Ökonomie verbinden sich mit großindustrieller Produktion von Bio-Lebensmitteln &#8211; teilweise mit Verlagerung der Produktion ins Ausland.<br />
So bleiben auch die LOHAS &#8211; scheinbar an Gesundheit und Nachhaltigkeit orientiert &#8211; Teil der ökologischen Krise, statt in kritischer Selbstreflexion den eigenen Anteil am Zerstörungsprozess zu erkennen. Der den LOHAS entsprechende Lebensstiltyp will auf einer unbewussten Ebene &#8211; so könnte man mit Bahro sagen &#8211; die Zerstörung, solange er nicht “seine eigenen Interessen, Gewohnheiten, Bequemlichkeit hintansetzt“. (17)<br />
Der Gegenspieler der LOHAS ist der LOVOS, der dem oben beschriebenen “Lifestyle of Voluntary Simplicity” entspricht. Er ist nicht postmodern, sondern konsequent postmaterialistisch orientiert und steht dem Konsumismus ablehnend gegenüber. Unter Gesichtspunkten des zielgruppenorientierten Marketing ist der LOVOS eine eher randständige Erscheinung, die vernachlässigt wird; für den Wandel der Gesellschaft beinhaltet er aber ein zukunftsfähiges Potential und ist als Entwicklungspfad zum Homo integralis zu werten.<br />
Hinter der freiwilligen Einfachheit steht kein homogener Lebensstil. Der einfache Lebensstil beinhaltet ein breites Spektrum menschlichen Verhaltens und lässt sich als ein experimentelles Konzept für die Menschen verstehen, die sich zu einem bewussteren Lebensstil hingezogen fühlen und beginnen, ihr alltägliches Leben auf eine ökologisch tragfähige Weise zu organisieren. Bahro macht allerdings deutlich, dass halbherzige Lösungen des Sowohl-als-auch nicht zum Erfolg führen können. Vielmehr setzt ein “rettender gesellschaftlicher Wandel” eine tiefgreifende Verwandlung des Menschen sowie neue Beziehungsstrukturen und Institutionen voraus, die eine Abkehr von der Megamaschine beinhalten.(18) Wir dürfen unsere Frage nicht darauf beschränken, “was innerhalb der gewohnten Verfassung des Bewußtseins und der Institutionen das Beste und Machbarste wäre”, sondern müssen eine entschiedene und radikale ökologische Rettungspolitik betreiben.(19) Auch darf die strukturelle Ebene nicht vernachlässigt werden, auf der es um das geht, was Bahro als &#8220;Harmonisierung der wirtschaftlichen Tätigkeit&#8221; bezeichnet: “Verlagerung der Prioritäten von der Ausbeutung der Natur durch die Produktion auf deren Einordnung in den natürlichen Zyklus, von der erweiterten auf die einfache Reproduktion, von der Steigerung der Arbeitsproduktivität auf die Pflege der Arbeitsbedingungen und der Arbeitskultur”; des weiteren um die “Entwicklung einer natur- und menschengemäßen Technik und Technologie, die Wiederherstellung der Proportionalität zwischen großer (industrieller) und kleiner (handwerklicher) Produktion”.(20)<br />
Die konsumistische Lebensweise bringt die Subjekte in eine prekäre Situation. Immer mehr Menschen sind von den normopathologischen Auswirkungen eines problematischen kompensatorischen Konsums bis hin zur Kaufsucht betroffen. Der für die heutigen Lebensstile typische Konsumismus gilt als eine Grundlage für allgemeine Suchtanfälligkeit wie für die Entstehung nichtstoffgebundener Süchte. Die betroffenen Menschen fragen zwar angesichts zunehmender Verschuldung und Konsumsucht soziale Hilfen nach, doch können diese Hilfen durchgreifend nicht von außen, von Pädagogen und Sozialarbeitern, erbracht werden, sondern bedürfen neuer Organisationsformen des Sozialen und einer im Gemeinwesen verankerten Verantwortlichkeit und Abstützung des Einzelnen.<br />
Die mit dem Konsumismus verbundenen Erwartungen und Haltungen zu hinterfragen, ist ein wichtiger Ausgangspunkt für die Entwicklung reflexiver Sozialformen im Gemeinwesen. Eine integrative Theorie, die diese Momente erfasst, kann sich sozialcharakterologischer Grundlagen von Erich Fromm bedienen, aber auch in Aufnahme des Kommunegedanken Rudolf Bahros auf eine Stärkung der Kompetenzen des einzelnen im Zusammenhang mit einem nachhaltigen, verantwortlichen Lebensstil im sozialen Raum beziehen.</p>
<p>(1) Dieses (unredigierte) Manuskript entstammt den Vorarbeiten zu einem Vortrag aus Anlass des 70. Geburtstages von Rudolf Bahro im Rahmen eines Symposiums an der Humboldt-Universität zu Berlin und ist nicht mit der Vortragsfassung identisch. Der Vortrag wurde am 19. November 2005 zu dem Thema: „Vom Homo consumens zum Homo integralis“ gehalten.<br />
(2) in: Rudolf Bahro, Logik der Rettung, Berlin 1990, S. 17.<br />
(3) Rudolf Bahro, Selbstinterview, in: Rudolf Bahro, Eine Dokumentation, Köln/Frankfurt/M. 1977, S. 73.<br />
(4) Ernst F. Schumacher, Small is Beautiful, 3. Aufl., Bad Dürkheim 2001. &#8211; Das Problem geht im wesentlichen „auf unsere Unfähigkeit zurück zu erkennen, daß das moderne Industriesystem mit all seiner intellektuellen Verfeinerung die Basis aufbraucht, auf der es errichtet wurde“ (S. 17).<br />
(5) Rudolf Bahro, Eine Dokumentation, Köln/Frankfurt/M. 1977, S. 40f.<br />
(6) vgl. Rudolf Bahro, Die Alternative, Köln 1977, S. 321, 324.<br />
(7) Rudolf Bahro, Logik der Rettung, Berlin 1990, S. 110, 111, 112.<br />
(8) vgl. Rudolf Bahro, Die Alternative, Köln 1977, S. 321, 324, 340, 374f.<br />
(9) Rudolf Bahro, Die Alternative, Köln 1977, S. 322.<br />
(10) Rudolf Bahro, Die Alternative, Köln 1977, S. 322.<br />
(11) Rudolf Bahro, Die Idee des Homo integralis, 1997, S. 26.<br />
(12) Jean Gebser, Gesamtausgabe, Bd.V/II: Vorlesungen und Reden zu Ursprung und Gegenwart, Schaffhausen 1999, S. 62.<br />
(13) Richard B. Gregg, The Value of Voluntary Simplicity (1936), Wallingford, Pennsylvania (Pendle Hill Publications), Republished electronically: 2004, p. 4: “Voluntary simplicity involves both inner and outer condition. It means single- ness of purpose, sincerity and honesty within, as well as avoidance of exterior clutter, of many possessions irrelevant to the chief purpose of life. It means an ordering and guiding of our energy and our desires, a partial restraint in some directions in order to secure greater abundance of life in other directions. It involves a deliberate organization of life for a purpose.”<br />
(14) Rudolf Bahro, Logik der Rettung, Berlin 1990, S. 320.<br />
(15) Ray, Paul H.; Ruth, Anderson, 2000: The Cultural Creatives. How 50 Million People Are Changing the World, New York (Harmony Books); Ray, Paul H., 2001: Die Evolution der integralen Kultur, in: Integrale Perspektiven. Ansätze für eine HumanSozialÖkologische Theorie. Internationales Symposium aus Anlass des 25. Jahrestages des Erscheinens von Rudolf Bahros Buch &#8220;Die Alternative&#8221;, 21.-23. Juni 2002, Humboldt Universität zu Berlin (Rudolf-Bahro-Archiv) 2003, S. 19-24; Ray, Paul H., 2004: Authentisch, spirituell, kritisch: Vorreiter einer neuen Kultur? Ein Gespräch mit Paul H. Ray, in: Psychologie heute, Heft 3/2004, S. 32-37; ders., 2004a: Interview with Paul Ray, by Tim Miejan, in: Edge Life, Nov. 2004 (Internet: <a href="http://www.edgenews.com/issues/2004/11/ray.html" rel="nofollow">http://www.edgenews.com/issues/2004/11/ray.html</a>); ders., 2004b: Society must be sustainable, with focus on planetary needs. Last of a two-part interview with Paul H. Ray, by Tim Miejan, in: Edge Life, Dec. 2004 (Internet: <a href="http://www.edgenews.com/issues/2004/12/ray.html" rel="nofollow">http://www.edgenews.com/issues/2004/12/ray.html</a>).<br />
(16) Siehe die von mir verfassten Rezensionen zu den Büchern von Peter Winterhoff-Spurk und Rainer Funk (Internet: <a href="http://www.socialnet.de/rezensionen/2382.php" rel="nofollow">http://www.socialnet.de/rezensionen/2382.php</a>; <a href="http://www.socialnet.de/rezensionen/2295.php" rel="nofollow">http://www.socialnet.de/rezensionen/2295.php</a>).<br />
(17) Rudolf Bahro, Logik der Rettung, Berlin 1990, S. 405.<br />
(18) vgl. Logik der Rettung, Berlin 1990, S. 209, 212.<br />
(19) vgl. ebd. S. 315.<br />
(20) Rudolf Bahro, Eine Dokumentation, Köln/Frankfurt/M. 1977, S. 45.</p>
<p>Copyright © 2005 by Burkhard Bierhoff</p>
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]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Home von einfachesleben</title>
		<link>http://de.lovos.org/#comment-31</link>
		<dc:creator><![CDATA[einfachesleben]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Jan 2011 08:44:26 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://einfachesleben.wordpress.com/?page_id=142#comment-31</guid>
		<description><![CDATA[Neue AKW&#039;s werden geplant... das ist einfach keine Option. Weniger Energieverbrauch ist angesagt. &gt; http://www.fokusantiatom.ch/ 

Was denn?
Wenn schon nur alle Leuchtreklamen nicht mehr leuchten, sparen wir jede Menge Strom; ohne dass es uns auch nur ein bisschen weh tut - im Gegenteil... dann sehen wir plötzlich wieder die Schönheit des Sternenhimmels, auch in den Städten und Agglomerationen. 
Dasselbe mit den Strassenbeleuchtungen: Wenn überhaupt, dann deutlich weniger davon und  wirklich nur in tatsächlichen Gefahrenzonen; zudem auch deutlich weniger hell scheinende Leuchtmittel, als heute überall neu eingesetzt werden... die haben nicht begriffen, wie Stromsparlampen zu verwenden sind. Und schliesslich einfach konsequent die Lampen in den Räumen löschen, wenn ich als letzte Person rausgehe. Diese Massnahmen alleine bewirken, dass wir jede Menge Strom gar nicht erst produzieren müssen. Strom, den wir heute einfach nur verschwenden ohne jeglichen Nutzen. 

Umdenken und bewusster leben ist angesagt - auch im direkten Umgang mit Energie. 
Wenn wir neue AKW&#039;s zulassen, dann wird der Bewusstseinswandel verzögert, auch bei jeder/m Einzelnen von uns. Wollen wir das? Ich nicht! Also aktiv Position beziehen, statt einfach den Lobbyisten das Zepter überlassen und nachher knurren. &gt; http://www.fokusantiatom.ch/]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Neue AKW&#8217;s werden geplant&#8230; das ist einfach keine Option. Weniger Energieverbrauch ist angesagt. &gt; <a href="http://www.fokusantiatom.ch/" rel="nofollow">http://www.fokusantiatom.ch/</a> </p>
<p>Was denn?<br />
Wenn schon nur alle Leuchtreklamen nicht mehr leuchten, sparen wir jede Menge Strom; ohne dass es uns auch nur ein bisschen weh tut &#8211; im Gegenteil&#8230; dann sehen wir plötzlich wieder die Schönheit des Sternenhimmels, auch in den Städten und Agglomerationen.<br />
Dasselbe mit den Strassenbeleuchtungen: Wenn überhaupt, dann deutlich weniger davon und  wirklich nur in tatsächlichen Gefahrenzonen; zudem auch deutlich weniger hell scheinende Leuchtmittel, als heute überall neu eingesetzt werden&#8230; die haben nicht begriffen, wie Stromsparlampen zu verwenden sind. Und schliesslich einfach konsequent die Lampen in den Räumen löschen, wenn ich als letzte Person rausgehe. Diese Massnahmen alleine bewirken, dass wir jede Menge Strom gar nicht erst produzieren müssen. Strom, den wir heute einfach nur verschwenden ohne jeglichen Nutzen. </p>
<p>Umdenken und bewusster leben ist angesagt &#8211; auch im direkten Umgang mit Energie.<br />
Wenn wir neue AKW&#8217;s zulassen, dann wird der Bewusstseinswandel verzögert, auch bei jeder/m Einzelnen von uns. Wollen wir das? Ich nicht! Also aktiv Position beziehen, statt einfach den Lobbyisten das Zepter überlassen und nachher knurren. &gt; <a href="http://www.fokusantiatom.ch/" rel="nofollow">http://www.fokusantiatom.ch/</a></p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentar zu Nachhaltigkeit von Willi Krafft</title>
		<link>http://de.lovos.org/forum/#comment-30</link>
		<dc:creator><![CDATA[Willi Krafft]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Jan 2011 08:04:54 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://einfachesleben.wordpress.com/?page_id=15#comment-30</guid>
		<description><![CDATA[Aus der TAZ vom 16.01.2011:

Enquete zu Wirtschaftswachstum
Darf&#039;s ein bisschen weniger sein?

Der Unternehmer Harald Rossol will nicht, dass seine Firma wächst. Wie wichtig ist Wirtschaftswachstum? Das nimmt ab Montag eine Enquetekommission unter die Lupe. 
VON HANNES KOCH 

http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/darfs-ein-bisschen-weniger-sein/]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Aus der TAZ vom 16.01.2011:</p>
<p>Enquete zu Wirtschaftswachstum<br />
Darf&#8217;s ein bisschen weniger sein?</p>
<p>Der Unternehmer Harald Rossol will nicht, dass seine Firma wächst. Wie wichtig ist Wirtschaftswachstum? Das nimmt ab Montag eine Enquetekommission unter die Lupe.<br />
VON HANNES KOCH </p>
<p><a href="http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/darfs-ein-bisschen-weniger-sein/" rel="nofollow">http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/darfs-ein-bisschen-weniger-sein/</a></p>
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	</item>
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